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Westernreiten

Die Geschichte
Der Ursprung des Westernreitens liegt in den USA. Es kam aus dem Westen des damals zu besiedelnden großen weiten Landes, wo die Spanier an der Pazifikkünste ihre Rinder ohne Zäune ihre riesigen Herden hielten. Die damaligen Rinderhirten, die Vaqueros, hatten ihren eigenen Reitstil, den sie aus Spanien mitgebracht hatten. Die Verwandschaft des Spanischen Reitstil und des Westernreitens ist noch heute in der auch in den USA gepflegten Doma Vaquera deutlich sichtbar. Aber der spanische Vaquero sah sich in der Neuen Welt alsbald anderen Bedingungen gegenüber. Er wandelte sich zum amerikanischen Cowboy, der zwar die spanische Grundidee im Reiten beibehalten hatte, sich aber den neuen Bedingungen anpassen musste. Was der Vaquero in Spanien (und anfangs auch im Western Amerikas) der freilaufenden Rinderherde gegenüber an diffiziler Reitkunst einzusetzen hatte, konnte mit Hilfe der später errichteten Zäune für den modernen Cowboy etwas vereinfacht werden.

Wenngleich es in den USA für das heute noch praktizierte Reiten an und um Rinder keine zentrale Ausbildungsstätte gibt, die Stil und Ausbildungschema festhält, so lebt dieses Reiten zumindest in seinen Grundzügen mittels Tradition und Überlieferung weiter. Vereinfacht läßt sich die Ausdrucksform dieser Reiterei in zwei Stilrichtungen reiten, die sich auch geographisch trennen. Westlich der Rocky Mountains, bis zum Pazifik hin, beherrscht vornehmlich der West-Coast-Style oder auch California-Style die Szene, welcher noch stark an die spanische Tradition erinnert. Östlich davon verliert sich der spanische Einschlag immer mehr, und so spricht man hier vom Texas- oder auch East-Coast-Style.

Tatsache ist, dass aus einer einfachen Berufsreiterei, dem Rinderhüten, heute ein populärer Reitsport entstanden ist. Westernreiten begeistert in den USA Millionen von Menschen, die keine Cowboys sind und nur zum Spaß, in der Freizeit, sich dem Freund Pferd widmen.



Der "California-Style" oder „West-Coast-Style"
Die Reitweise der Hidalgos und Vaqueros, die normalerweise auf großen freien Flächen arbeiten konnten und mussten, erforderte ein Pferd, das auf seinen Reiter vollkommen eingespielt war. Die Ausbildung der Pferde begann mit dem vierten oder fünften Lebensjahr und dauerte in der Regel drei Jahre. Verständlich, dass diese Pferde das Wertvollste waren, was ein Spanier besaß. Um diesen Besitz mit dem nötigen Stolz darbieten zu können, wurden kunstvolle Sättel und Gebisse aus Silber verwendet. Auch in den Wettkämpfen der Reiter wurde auf höchste Präzision der Ausführungen und auf spektakuläre Darbietungen Wert gelegt. Die Vorfahren der Vaqueros hatten in Spanien Stierkampf- und Kriegspferde ausgebildet, zu deren Bewegungsabläufen Pirouetten, Levaden und Kapriolen gehörten. Von dieser Reittechnik wurden alle Bewegungsmanöver in brauchbarer Form abgeleitet und übernommen, die der Vaquero für die Herdenarbeit verwenden konnte.




Die alten spanischen Ausbildungsgrundlagen und Prinzipien bildeten demnach die Basis der Westernreitfiguren. Rasante Wendungen, harte schnelle Stops, Drehungen auf der Hinterhand und lange Sliding Stops sind diese Figuren. Selbstverständlich ist der korrekte Galopp auf der richtigen Hand und der fliegende Wechsel in dieser Reitweise obligat. Das alles setzt einen Pferdeathleten voraus, der grundsätzlich auf der Hinterhand arbeitet und ausschließlich mit Gewichtshilfen dirigiert wird. "The loose rein", der lose Zügel, vermittelt dem Pferd das Signal "Alles in Ordnung". Erst die Zügelanlehnung an einer beliebigen Halsseite veranlasst das Pferd, eben diesem Zügel zu weichen. Dasselbe gilt für die Schenkel des Reiters. Die einhändige Zügelführung setzt ein völlig durchlässiges Pferd voraus, das sich und seinen Reiter in Selbsthaltung auf der aktiven Hinterhand trägt. Die höchste Vollendung ist dann erreicht, wenn ein Pferd einhändig im Neck Reining geritten werden kann.




Da die Pferde ab dem fünften Lebensjahr einhändig im Bit, das heißt auf blanker Kandare, geritten werden müssen, um an Wettbewerben teilnehmen zu dürfen, ist die Durchlässigkeit dieser Pferde eine unbedingte Voraussetzung.



Der "Texas-Style" oder „East-Coast-Style"
Abseits vom California-Style entwickelte sich bei den Nordamerikanern ein Reitstil, der zwar ebenfalls auf der Grundlage der spanischen Reitweise fundierte, jedoch den Gebrauchsweisen der Viehtriebe angepasst werden musste. Die Eisenbahnlinien waren bis Kansas vorgedrungen, die Großstädte des Ostens brauchten Fleisch, das nach dem Bürgerkrieg im Westen im Überfluss vorhanden war. Doch irgend jemand musste die wilden Longhornherden einfangen und zu den Verladebahnhöfen in den Rinderstädten treiben. In der Zeit zwischen 1866 und 1890 fanden die großen Viehtriebe über den legendären Chisholm-Trail statt. In dieser Zeit wurden nahezu vier Millionen Rinder aus Texas zu den Verladebahnhöfen getrieben.




Die Herdenbesitzer heuerten heimatlose Männer an, die bereit waren, für ein paar Dollar am Ende des Trails die Entbehrungen und Strapazen eines solchen Abenteuers auf sich zu nehmen. Banditenbanden lauerten den Herden auf. In den Städten wurden alle jene, die den Viehtrieb überstanden hatten, von Glücksrittern aller Art skrupellos um den kargen Verdienst gebracht.




Die für den Trail notwendigen Pferde wurden von Wildpferdjägern eingefangen und innerhalb von drei bis vier Wochen eingebrochen. Ein Cow-Pony galt bereits als zugeritten, sobald es einen Menschen auf seinen Rücken duldete und lenkbar war. Diese Broncos waren noch immer halb wild, wenn sie zum Einsatz kamen, und wurden erst mit der Zeit zu brauchbaren Reitpferden. Am Ende des Trails wurden Pferde wie Rinder verkauft, wobei ein rittigeres Pferd den besseren Preis erzielte.




Ein Wandel in der Viehwirtschaft ergab sich erst nach dem Katastrophenwinter am Ende des 19. Jahrhunderts, dem fast alle in den nördlichen Staaten lebenden Rinder zum Opfer fielen.




Die bisher nur als Saisonarbeiter beschäftigten Rinderhirten wurden nun ganzjährig beschäftigt. Es änderte sich auch der Rinder- und Pferdetyp. Aus den robusten und angriffslustigen Longhorns war durch gezielte Züchtungen eine kräftige Fleischrinderrasse entstanden. Die ehemals halbwilden Broncos der Texaner, meist nicht größer als 1,40 m, wurden mit Clydesdale oder Percherons gekreuzt. Der daraus entstandene schwerere Arbeitspferdetyp wurde unter Beimischung von englischem Vollblut zur Rasse des bekannten "American Quarter Horse". Die Arbeitstechniken änderten sich ebenso wie die Reitweise. Für spezielle Aufgaben, wie das "Roping", das Einfangen der Rinder, oder das "Cutting", das Aussortieren eines Rindes aus der Herde, verwendete man besonders talentierte Pferde, deren spezielle Veranlagung in einer über 50-jährigen Zucht gefördert wurden.




Zusammenfassend kann man sagen:




.) Der kalifornische Vaquero war Reiter aus Tradition und Überzeugung. Ihm war die Arbeit in und mit der Herde seit Generationen geläufig. Er trainierte sein Pferd, welches sein persönliches Eigentum und gleichzeitig sein wertvollster Besitz war, nach herkömmlichen Ausbildungsverfahren der spanischen Reittradition.




.) Der texanische Ranchreiter, ursprünglich Saisonarbeiter, war vom Schicksal plötzlich zum Reiter bestimmt worden. Bei ihm hatte die Betreuung der Rinder im Vordergrund zu stehen. Die Pferde waren nur Mittel zum Zweck.




Doch für beide galt, ohne diesen Arbeitspartner Pferd konnten sie ihre Arbeit nicht leisten. Ihr eigenes Wohlergehen hing zwangsläufig von der Einsatzfähigkeit ihrer Pferde ab. Die gemeinsamen Strapazen, Hitze, Durst, Müdigkeit und Anstrengung entwickelten ein Gefühl der gegenseitigen Partnerschaft, welches ein hohes Maß an Respekt und Fairness gegenüber dem Partner Pferd hervorrief. Der Ursprung der Westernreiterei und der Western Horsemanship ist hier zu finden.

Geografisch ergibt sich folgende Darstellung: Die Staaten Kalifornien, Oregon und Nevada sind bis heute deutlich vom kalifornischen Reitstil geprägt. Arizona, New Mexico, Texas, Colorado, Kansas, Nebraska und Oklahoma, also jene Staaten der zwischen den Rocky Mountains und dem 98. Längengrad liegenden Gebiete, übernahmen vorwiegend den Texas-Style. Eine Vermischung der beiden Stilarten ist in den Staaten Washington, Montana, Idaho, Wyoming und Utah anzutreffen.



Das Westernpferd
Bekannte Rassen für Westernreiten sind Appaloosas, Quarter Horses und Paint Horses. Natürlich kann man im Prinzip jedes Pferd im Westernstil trainieren und ausbilden. Jedoch werden durch die spezielle Reitweise und die einzelnen Disziplinen ganz spezielle Anforderungen an das Pferd gestellt und es wäre unfair von einem Pferd etwas zu verlangen, wozu es nicht die nötigen körperlichen Eigenschaften hat.
Das typische Westernpferd ist zwischen 145 cm und 155 cm Stockmaß groß und fallen vor allem durch ihre kräftige Bemuskelung auf. Sie sind kompakt und im Vergleich zu den klassischen Warmblütern haben sie kürzere Beine und eine breitere Brust.
Westernpferde haben gleichmäßigen, ruhigen Bewegungen. Der Jog, ein besonders flacher und ruhiger Trab, ist sehr angenehm zu sitzen und der Reiter kann in dieser bequemen Gangart lange unterwegs sein ohne zu ermüden. Der Lope, der Galopp der Westernpferde ist meist weich und flach, so dass der Reiter ihn gut sitzen kann.
Aufgrund ihrer starken Hinterhand können sie schnell beschleunigen und ihr Gewicht auf die Hinterhand verlagern und so sich selbst gut tragen.
Westernpferde sind besonders menschenbezogen, kontaktfreudig und haben oft Freunde an der Arbeit.



Das Westernreiten
Die korrekte Ausbildung eines Westernpferdes nimmt mindestens 5 Jahre in Anspruch. Am Anfang der Ausbildung wird eine spezielle Trense verwendet, die für das Pferd angenehmer ist. Das Endziel ist für die einhändige Zügelführung an der Kandare. Leider neigen viele Westernreiter dazu, ihre Pferde zu früh auf die Kandare umzustellen. Das Pferd müßte zuerst in allen Übungen mit einer zweihändigen Zäumung durchtrainiert sein. Die Krönung des Westernreitens ist die korrekte Anwendung der Bosal-Hackamore. Es handelt sich dabei um den Gebrauch einer Zäumung ohne Gebiß, die nur eine schwache Einwirkung auf die Nase und das Genick erlaubt. Voraussetzungen sind ein sehr gut trainiertes Pferd und ein erfahrener Reiter.
Das Westerntraining kann in der folgenden Reihenfolge, immer mit Berücksichtigung der Lerngeschwindigkeit des einzelnen Pferdes, aufgebaut werden:




  • Bodenarbeit, Konditionstraining an der Longe

  • Gewöhnung an Sattel und Zaumzeug

  • Grundübungen, Gleichgewicht, Hilfen verstehen

  • Gymnastizieren, Aufbau der nötigen Muskulatur

  • Ausdauer und Kraft

  • Wendungen, Übungen, Lektionen

  • Geschwindigkeit




Im Westernreiten reitet man ohne Zügelanlehnung aber nicht ohne Zügelkontakt. Das Loslassen der Zügel belohnt das Pferd, ähnlich wie bei der klassischen Reitweise das Nachgeben. Das Pferd ist im wesentlichen frei von Zügelhilfen. Jede Übung wird nur eingeleitet. Verhält sich das Pferd wie gewünscht, so erfolgt die Belohnung durch Lockern der Zügel. Ein wesentlicher Beitrag, damit die Freude des Pferdes am Training erhalten bleibt.

Der Sitz des Reiters ist gelöst und bequem, aber er bleibt im ständigen Kontakt mit seinem Pferd. Auch ein guter Westernreiter sitzt wie „angegossen" im Sattel. Wie in der klassischen Reitweise teilen wir die Hilfen des Reiters in Gewichtshilfen, Schenkelhilfen und Zügelhilfen ein; angesichts des Verzichtes auf die „Anlehnung" kommt jedoch der Gewichtshilfe im Zusammenspiel der Hilfen eine noch stärkere Bedeutung zu als beim klassischen Reiten. Der gute Westernreiter zeichnet sich vornehmlich durch effektive und nicht minder feindosierte Gewichtshilfe aus. Der Grundgedanke der Gewichtshilfen ist, dass das Pferd immer unter das Gewicht des Reiters treten soll. Verlagert der Reiter also sein Gewicht nach vorne, so wird das Pferd versuchen wieder die Balance herzustellen, indem es unter das Gewicht also nach vorne tritt. Verlagert man sein Gewicht dagegen nach hinten, so sollte das Pferd stehenbleiben, oder im Idealfall, wenn es weiter trainiert ist, rückwärts unter das Gewicht des Reiters treten. So lange der Reiter seine Haltung beibehält wird das Pferd weiter in die Richtung laufen, in die der Reiter sein Gewicht verlagert. Nimmt der Reiter wieder seine normale Position über dem Schwerpunkt ein, bleibt das Pferd stehen. Wird dem Pferd dieser Grundgedanke langsam und verständlich beigebracht ist der Grundstein für eine solide Ausbildung gelegt.
Die Schenkel sind nicht immer am Pferd. Man braucht sie nur zum Einleiten einer Übung.
Im klassischen Reitstil wird das Pferd versammmelt durch den Zusammenklang von treibenden Hilfen und Anlehnung. Der Westernreiter fördert eine natürliche Versammlung ohne direkte Zügelanlehnung, mithin eine Art Selbsthaltung. Einig ist sich die Westernreitweise mit der klassischen Reitweise darin, das Pferd zum Untertreten unter seinen Schwerpunkt zu bewegen; denn nur ein sich selbst tragendes Pferd ist aktionsfähig. Ein Pferd, das „auf die Vorhand geritten" ist, wäre z. B. Im Cutting undenkbar; denn hier geht es sichtbar darum, dass das auf der Hinterhand ausbalancierte Pferd die Vorhand blitzschnell in die Richtung des jeweils ausbrechenden Rindes stellt.

Ein wesentliches Kriterium des Westernreitens besteht schließlich darin, dass das Pferd zum selbständigen Mitmachen erzogen wird. Natürlich ist auch die klassische Reiterei auf die Leistungsbereitschaft des Pferdes und damit auch auf die Entfaltung gewisser Persönlichkeitswerte des Pferdes angewiesen. Gerade das ist jedoch beim Westernreiten noch stärker ausgeprägt. Besonders deutlich wird das wiederum beim Cutting, wo es der Reiter momentweise völlig „cow-sense" seines Pferdes überläßt, die Reaktionen des Rindes abzuschätzen und entsprechend gegenzureagieren.

Grundlage aller Disziplinen in der Westernreiterei ist die völlige Losgelassenheit des zufriedenen Pferdes. Auch das ist eine der vielen Grundsätze, in denen die Westernreiter mit der klassischen Reitweise übereinstimmen. Überhaupt könnten sich diese Reitweisen zum Nutzen beider viel häufiger fruchtbar ergänzen, wenn man auf beiden Seiten Unwissenheit und Vorurteile überwinden würde.



Die Ausrüstung
der Westernsattel: Westernsattel gibt es in vielen verschiedenen Variationen, ( für jede Westerndisziplin einen eigenen). Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Optik und in der Aufmachung. Ein Vorteil des Westernsattels ist die große Auflagefläche, durch die das Reitergewicht optimal auf den gesamten Pferderücken verteilt wird. Für den allgemeinen Freizeitreiten haben sich Reiner oder Allrounder als die praktischsten und bequemsten herausgestellt.
Trense und Gebiss: Das Bridle ist das Kopfstück des Pferdezäumung. Es besteht aus Leder und enthält keinerlei Sperr- oder Nasenriemen. Es gibt Bridles mit ganz normalen Stirnband, aber auch Einohr- und Zweiohrzäume. In dem Bridle befindet sich meist ein „Snaffle Bit", eine etwa dünnere Wassertrense. Die Fortgeschrittene Reiter benutzen oft eine „Snaffle with Shanks", eine gebrochene Trense mit Hebelarmanzügen. Außerdem sieht man sehr häufig den „Bosal", Nasenteil der klassischen Hackamore, aus Rohhaut und Leder geflochten.
Die Zügel: Die drei bekanntesten Varianten von Zügeln sind:
-De ,Split Reins,, , eine offene, geteilte Zügel.
-Die „Mecate", eine zirka 7 Meter langes Seil aus Pferde- oder Rinderhaaren, das als Zügel oder Leitseil bei der Hackamore verwendet wird.
-Der „Romal Reins", eine geschlossene Zügel mit einer peitschenartigen Verlängerung. Mit diesen Zügel ist nur das einhändige Reiten möglich.



Die Westerndisziplinen
Sie lassen sich in vier wesentliche Gruppen einteilen:
-Die Halfterklassen (halter-classes) beinhalten nur die Präsentation der Pferde an der Hand. Diese Klassen sind sehr populär geworden, da man hier keine Reitfähigkeit entfalten muß, sondern lediglich ein schönes Pferd braucht.
-Die 2. Gruppe bildet zweifellos den Schwerpunkt. Sie umfaßt im wesentlichen den Trail, Western-Pleasure, Western-Riding und Reining.
-Die 3. Gruppe ist die älteste in diesem Reitsport: Die Arbeit mit den Rindern, als Sport un din Wettbewerben ausgetragen. Hier spricht man von Working-Cowhorse-Wettbewerben, von Cutting oder von Penning. In diesen Disziplinen werden in den USA sehr hohe Preisgelder bezahlt.
-Die 4. Gruppe faßt die Rennen bzw. Wettrennen zusammen. Es geht hier um das schnellste Pferd. Begonnen hat es in den USA schon im 17. Jahrhundert, als die Quarter-Mile-Races zum ersten Mal ausgetragen worden ist und der Grundstein zur Quarter-Horse-Zucht gelegt worden ist. Auf einer viertel Meile (400m) ist das heutige Quarter-Horse das schnellste Pferd der Welt. Daher auch sein Name! Die auf Turnieren heute geübten Rennen -zum Beispiel das Barrel-Race, Rennen um drei Tonnen oder das Pole-Bending, Rennen im Slalom um Stangen, wird nicht mehr als Geradeaus-Rennen ausgetragen, sondern setzt mit seinen engen Biegungen ein Maximum an Gesetztheit und Durchlässigkeit des Pferdes voraus.



Der Westernturnier
Für welche Disziplinen man sich letztendlich bei einer Turnierteilnahme entscheidet hängt von den persönlichen Vorlieben und natürlich nicht zuletzt vom Ausbildungsstand des Pferdes ab. Die ersten Westernturniere sollten als Abwechslung zum Trainingsalltag genutzt werden und auch um die eigenen und die Fähigkeiten des Pferdes besser einschätzen zu können.
Die folgende Auswahl stellt die bekanntesten Disziplinen auf Westernturnieren kurz vor:
Reining:
Die Reining is die Königsdisziplin des Westernreitens und entspricht der Dressurprüfung in der europäischen Reitweise. Das Pferd muss vorgeschriebene Bewegungsabläufe absolvieren, die teilweise in höchster Geschwindigkeit auszuführen sind. Dies erfordert absoluten Gehorsam und ein natürliches Balancevermögen. Ebenso werden die Grundgangarten bewertet. Darüber hinaus gibt es Figuren wie „Spin" (schnelle 360° Drehung auf der Hinterhand), „roll back" (das Pferd stoppt aus dem Galopp, dreht mit der Vorderhand um 180° um die Hinterhand und galoppiert in die entgegengesetzte Richtung weiter) und „sliding stop" (Stopp aus dem Galopp, wobei das Pferd auf der Hinterhand einige Meter weit gleitet).
Western pleasure:
Es ist eine Turnierdisziplin, in der Gänge, Gehorsam und Manieren des Pferdes bewertet werden. Die Reiter stellen ihre Pferde in der Gruppe vor und reiten in der gleichen Richtung außen um die Bahn herum. Per Durchsage wird die Gangart vorgegeben: Walk=Schritt, Jog=langsamer Trab, Lope=langsamer Galopp. Gewünscht sind gelassene, entspannte Pferde, die am langen Zügel ohne deutliche Einwirkungen des Reiters in gleichmäßigem aber ruhigem Tempo laufen. Dazu gehört auch das Stillstehen, wenn der Reiter absitzt, die Zügel fallen läßt und sich vom Pferd entfernt und es wird auch viel Wert auf eine besonders schöne Optik der Pferd-Reiter-Kombination gelegt.
Western riding:
Die Pferde werden im Lope, dem langsamen Galopp der Westernpferde Schlangenlinien um Pylone geritten. Bei jedem Richtungswechsel wird ein fliegender Galoppwechsel durchgeführt. Das Pferd muss sehr gut ausgebildet sein um bei den niedrigen Grundtempo den Schwung nicht zu verlieren, sich um die Pylonen zu biegen und die Galoppwechsel sauber und flüssig auszuführen. Der Reiter muss sich richtig konzentrieren um in richtigen Moment den Galoppwechsel einzuleiten, das Tempo zu halten und das Pferd genügend anzutreiben, ohne dass es zu schnell wird oder seinen Takt verliert. Wichtig für die Bewertung sind die punktgenauen und sauberen Galoppwechsel an den Pylonen.
Trail:
In den Trail-Klassen werden Hindernisse bewältigt - ohne zu springen. Je nach Schwierigkeitsgrad müssen die einzelnen Hindernisse im Schritt, Jog oder Lope überwunden werden. Das Pferd darf beim Überqueren der Stangen diese nicht berühren und nicht zögern oder ängstlich sein. Beim Trail werden alle möglichen Situationen simuliert, die einem Reiter im Gelände, auf einem Wanderritt begegnen können. Die Hindernisse müssen in einer vorgegeben Reihenfolge und mit vorgegebenem Tempo, vorwärts, seitwärts und rückwärts durchgeritten werden. In jedem Fall muss das Pferd dabei ruhig und gelassen bleiben.
Horsemanship:
Das Können des Reiters sowie der Gehorsam des Pferdes werden getestet. Die Horsemanship Prüfung besteht aus einer Einzelaufgabe und einer Gruppenaufgabe. Die Einzelaufgabe dauert in der Regel nur ein paar Minuten und macht den größten Teil der Bewertung aus. Die verlangte Aufgabe muss sehr exakt ausgeführt werden. Die Manöver sind vielleicht nicht spektakulär dafür sehr anspruchsvoll für Pferd und Reiter. Die Gruppenaufgabe entspricht eine Pleasure Prüfung. Die ganze Zeit bewerten die Richter den Sitz und die Einwirkungen des Reiters.
Cutting:
Es wird mit Rindern gearbeitet. Die Disziplinen, in denen mit Rindern gearbeitet wird heißen Cutting, Working Cowhorse und Team Penning. Die Aufgabe der Reiter besteht darin, sich ein Rind in der Herde auszusuchen und es von der Herde abzutrennen. Der Reiter hat 2,5 Min. Zeit, um die Fähigkeiten seines Pferdes am Rind zu zeigen. Das Pferd muss verhindern, dass das Rind zur Herde zurückläuft. Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der sogenannte „cowsense" angeboren. Es bedeutet, dass der Reiter keine Hilfen mehr geben darf, wenn das Rind von der Herde abgesondert ist, da das Pferd selbständig wissen muss, wie es zu arbeiten und sich zu bewegen hat.

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