Welcher Reitlehrer passt zu mir ?
So oft probiert und so oft nichts passiert ? Es liegt vielleicht daran, dass Sie und Ihr Reitlehrer nicht harmonieren.
Obwohl die Reitlehre in Deutschland am Pferd orientiert ist, muss das Lehren zuerst auf den Reiter abzielen, da viele Pferdeprobleme in Wirklichkeit Reiterprobleme sind. Jeder Mensch lernt anders und die Wissenschaft unterscheidet drei Lerntypen:
1) der „Kinästhetische Lerntyp" lernt am besten, wenn er die Dinge pragmatisch erreichen kann.
Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören:
-Für Sie eignet sich der „Umweg" über praktische Übungen.
-Sie„verstehen" am besten, was Sie selbst ausprobieren können.
-Der Reitlehrer unterstützt Sie, indem er „Hilfsmittel" einsetzt wie zum Beispiel Übungen an der Longe, mit Stangen usw.
2) der „Visuelle Lerntyp" kann am besten lernen, wenn er sich Lerninhalte anschauen kann. Er liest gerne um Sachverhalte zu verstehen.
Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören:
-Nehmen Sie sich die Zeit und beobachten Sie hin und wieder Ihren Reitlehrer oder sehr gute Reiter auf Turnieren oder in Ihrem Stall
-Lesen Sie Fachbüchern nach, was Sie verbessern wollen
-Schauen Sie Lehrvideos von Profis an
-Lassen Sie sich regelmäßig beim Unterricht filmen und analysieren Sie die Stunde hinterher mit Ihrem Reitlehrer
-Es kann auch Ihnen helfen, wenn Sie neuen Lernstoff kurz aufschreiben.
3) der „Auditiver Lerntyp" lernt am besten, wenn er Lernstoff hören kann und man ihn die Dinge erklärt.
Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören:
-Neue Aufgaben sollten vor dem Unterricht besprochen werden
-Bitten Sie Ihren Reitlehrer, hin und wieder eine Schrittpause einzulegen, um Ihnen Dinge in Ruhe erklären zu können
-Ihr Reitlehrer kann Sie unterstützen, indem er die Stunde am Ende kurz zusammenfasst und Ihnen unklare Dinge noch einmal erläutert.
-Reiten Sie hin und wieder mit Musik-das kann Ihnen helfen, Takt, Rhythmus, Lockerheit und Gleichgewicht besser zu erreichen.
Reiten ist etwas ganz Besonderes - unter allen Sportarten ist es die einzige, die der Sportler mit einem ganz anders gearteten Partner ausübt. Das Pferd führt aus, was der Reiter ihm „sagt".
Im Reitunterricht sieht sich der Lehrer zwei sehr unterschiedlichen Schülern gegenüber.
Die bekannte Forderung „Junger Reiter auf älteres Pferd" hat ihre Berechtigung, da ein Reitschüler für erfolgreiches Lernen braucht nicht nur einen guten Lehrer, sondern auch ein gutes Pferd, um zu fühlen, wie´s und was geht.
Fortschritte werden am schnellsten gemacht, wenn ein Reitschüler möglichst rasch nach seiner Bemühung über seinen Erfolg informiert wird. Wenn die Rückmeldung vom Lehrer und vom Pferd kommt, umso ist es wirkingsvoller.
Es ist wichtig , dass ein Anfänger mit Korrekturen nicht überladen wird. Gleichgewicht ist die Basis beim Reiten - solange es daran hapert, gehen Korrekturen an unruhigen Händen und flatternden Schenkeln am Thema vorbei.
Heute, in den Reithallen ist der Ton gemäßigter geworden: Es steht fest, dass man in freundlicher, entspannter Atmosphäre besser lernt.
Von den Reitschülern ist mehr theoretische Bildung und mehr Ausgleichsport erwünscht: Reiten lernt man nur durch Reiten. Aber Reiten lernen ist mehr als nur Zeit auf dem Pferd zu verbringen

