Dressur Prüfungen
Sitz und Einwirkung des Reiters sind natürlich ein großer Schwerpunkt bei Prüfungen der Klassen E und A. Denn wenn schon im Sitz des Reiters große Mängel vorliegen, kann er unmöglich die richtigen Hilfe geben. Wenn Sitz und Einwirkung des Reiters nicht stimmen, kann das Pferd sich nicht richtig präsentieren, egal wie gut es veranlagt sein mag.
Natürlich muss das Pferd auch von seinem Ausbildungsstand her den Anforderungen gerecht werden. Das Aufgabenheft formuliert es ganz klar: „Das gerittene Pferd muss den Grundkriterien des Ausbildungsskala entsprechen. Demnach zeigt es Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung - jeweils im Rahmen der entsprechenden Klasse." Also ein Pferd, dass noch Probleme hat, losgelassen über den Rücken durchs Genick zu gehen oder das noch nicht sicher im Gleichgewicht geht, sollte auf einem Turnier noch nicht vorgestellt werden.
Wenn ein Reiter weiterkommen möchte, sollte er dies nicht über falschen Turnier-Ehrgeiz verwirklichen. Viel wichtiger als das Ziel: „Ich will eine A-Dressur reiten" sollte es dem Reiter sein, dass sein Gefühl auf dem Pferd immer besser, der Faktor „sich wohlfühlen" immer größer wird. Ein Schlüsselsatz daraus ist: „Das Ziel ist die harmonische Übereinstimmung von Reiter und Pferd." Das Turnier ist nur das Tüpfelchen auf dem i.
Klasse A
Bahnfiguren / Lektionen:
Verlangt werden meist große Linien: Zirkel, Schlangenlinien, das Schwerste ist eine Trabvolte mit 10 Metern Durchmesser, außerdem viele Übergänge, einfache Galoppwechsel, Rückwärtsrichten.
Gangarten:
Im Schritt nur Mittelschritt, im Trab und Galopp jeweils Arbeitstempi sowie Mitteltrab und -galopp.
Aufpassen:
Das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen wird in verschiedenen Gangarten abgefragt - hiermit wollen die Richter die Losgelassenheit des Pferdes überprüfen. Mit dem Überstreichen soll die Anlehnung geprüft werden. Das Rückwärtsrichten kann manchem Reiter Probleme bereiten.
Zusätzlich:
wie schon erwähnt, in jeder Dressuraufgabe sind Sitz und Einwirkung des Reiters von großer Bedeutung. In der Klasse A liegen die ausbildungsmäßigen Schwerpunkte auf den ersten 3 Punkten der Aussbildungsskala: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung.
Klasse L
Bahnfiguren/Lektionen:
Die Linien werden enger: doppelte Schlangenlinien, acht-Meter-Volten nicht nur im Trab, sondern auch im Galopp, durch die halbe Bahn wechseln, Außengalopp, Hinterhand- sowie Kurzkehrtwendung.
Gangarten:
Im Schritt weiterhin nur Mittelschritt, im Trab und Galopp wird beginnende Versammlung erwartet, Mitteltrab und Mittelgalopp sollten schon ausdrucksvoller und entsprechend mit mehr Rahmenerweiterung gezeigt werden.
Aufpassen:
Besonders die versammelten tempi werden genau betrachtet. Das Pferd muss im gleich bleibenden Takt aktiver abfußen. Der Außengalopp ist auch für viele Reiter eine echte Herausforderung.
Zusätzlich:
In der Dressur A kommen Sie ohne ein gewisses Maß an Schwung und Geraderichtung schon nicht aus aber bei der Dressur L müssen diese 2 Punkten ausgefeilter präsentiert werden. Auch eine beginnende Versammlung muss in Trab und Galopp erkennbar sein.
Klasse M
Bahnfiguren/Lektionen:
An den Bahnfiguren ändert sich nicht mehr viel, umso mehr dafür an den Lektionen. Neu sind die Seitengänge wie Schulterherein im Trab, Traversalen, Renvers im Trab und Galopp, halbe Pirouetten im Galopp außerdem fliegende Galoppwechsel. Exakteres Reiten ist erfordert.
Gangarten:
Arbeitstempi gibt es nicht mehr, erstmals muss das Pferd auch versammelten und starken Schritt zeigen. Neu sind der starke Trab und starke Galopp. Die Unterschiede (mehr Rahmerweiterung) zwischen Mittel- und starken Tempi müssen klar erkennbar sein.
Aufpassen:
Abgesehen von der großen Palette neuer, schwieriger Lektionen sind es die Übergänge, deren Anspruch deutlich gestiegen ist: Zum Beispiel aus dem Rückwärtsrichten angaloppieren oder von starken zum versammelten Galopp zurückführen.
Zusätzlich:
Schwung, Geraderichten und Versammlung sind jetzt weit mehr von großen Bedeutung. Das Pferd muss mit der Hinterhand genügend Last aufnehmen.
Klasse S
Bahnfiguren/Lektionen:
Traversalen werden in Trab und Galopp im Zickzack verlangt mit exakter Meter oder Sprungzahl. Die fliegenden Galoppwechsel müssen jetzt in Serie gesprungen werden: zu vier, drei und zwei Sprüngen, später sogar von Sprung zu Sprung. Innerhalb der Klasse S gibt es noch weitere Steigerungen, die in Richtung Grand-Prix weisen: So wird zum Beispiel in der Inter II auch schon Piaffe und Passage verlangt.
Gangarten:
Man reitet entweder versammelt oder im Mittel- bzw. starken Tempo
Aufpassen:
Die Aufgaben werden immer länger, Kondition und Konzentration sind gefragt. Ansonsten ist jede einzelne Lektion für sich schwierig.
Zusätzlich:
Hier muss das Pferd alle sechs Punkte der Ausbildungsskala möglichst perfekt beherrschen.

