Bei der Auswahl des richtigen Dressurpferdes sind der Körperbau, die Abstammung und das Temperament wichtige Elemente.
Dressurreiten bringt enorme physische und mentale Anstrengungen mit sich. Grundvoraussetzungen für Dressurpferde sind ein gutes Exterieur mit einer starken Hinterhand und ein ausgeglichenes Wesen.
Der Körperbau sollte möglichst harmonische, ausbalancierte Proportionen haben, damit das Pferd sich mühelos im Gleichgewicht bewegen kann. Das Pferd sollte einen raumgreifenden, schwungvollen und taktreinen Bewegungsablauf aufweisen. Dafür benötigt das Pferd vor allem eine kräftige Hinterhand und viel Schulterfreiheit, um die Schritte maximal verlängern zu können.
Wichtige inneren Eigenschaften sind Einsatzbereitschaft, Leistungswille, Zuverlässigkeit, Gehfreude. Ein ausgeglichenes Temperament und einwandfreier Charakter spiegelt sich auch später im Ausdruck des Pferdes im Dressurviereck wieder.
Die Ausbildung eines Pferdes verlangt theoretische Kenntnisse über den Körperbau, das Temperament und die Gangarten des Pferdes sowie über dessen Reaktion auf die Hilfe seines Reiters.Die Dressur ist deshalb so schwierig zu erlernen, da in diesen Sport zwei grundverschiedene Lebewesen zu einer harmonischen Partnerschaft zusammengeführt werden müssen. Ein guter Reiter erkennt die Stimmung seines Pferdes, die jeden Tag anders sein kann, und baut seine Arbeit entsprechend auf. Das Pferd äußert seine Gefühle durch seine Körpersprache: das Ohrenspiel und die Bewegungen des Schweifes geben die Stimmung deutlich wider und die Augen sollten interessiert und weder ängstlich noch gelangweilt aussehen.
Die Ausbildung eines Pferdes zu einem Dressurpferd höchster Klasse dauert viele Jahre und nur sehr wenige Pferde schaffen es wirklich bis an die Spitze. Jede Ausbildung, die schnell zum Grand Prix führt, muss fehlerhaft sein bzw. Abkürzungen beinhalten. Besonders talentierte Pferde, die am Anfang ihrer Turnierlaufbahn durch hervorragende Gänge und Ausstrahlung sehr große Erfolge erzielen, werden mehr und mehr über ihre Leistungsgrenze gefordert. Sie zeigen ihrem Reiter früher oder später duch Unlust, dass sie an kleinen Wehwehchen leiden und deshalb nicht die gewünschte Leistung bringen können.
