Bei den frischen Wunden, unterscheidet man zwischen:
-Oberflächliche Wunden: man versorgt sie mit einem Desinfektionsspray oder jodhaltigen Mitteln. Verletzungen an den Gliedmaßen können zu einem sogenannten Einschuß führen. Der Einschuß auch Phlegmone genannt ist eine eitrige Unterhautentzündung mit einer beträchtlichen Schwellung des Beins, die ein Eingreifen des Tierarztes notwendig macht.
Die oberflächliche Wunden müssen sehr sorgfältig betreut werden. Man sollten denken, dass unter einem stickigen, ungepflegten Verband vielerlei Krankheitserreger rasch heranwachsen und die Wundheilung verschlechtern. Je nach Zustand kann man die Wunde einige Stunden pro Tag unbedeckt trocknen lassen.
-Tiefe Wunden: jegliche Einzäunung mit spitzen Pfostenabschlüssen ist für Pferde gefährlich ! Der Behandlung tiefer Wunden muß dem Tierarzt vorbehalten bleiben. Bei zu später fachkundiger Betreuung können Wunden mit Taschenbildung, Abriß größerer Hautpartien oder beispielsweise Stacheldrahtrißwunden langwierige Behandlungen nach sich ziehen und unter Umständen sogar dazu führen, dass das Pferd nicht mehr reitbar oder anderweitig nutzbar ist. Bis zum Eintreffen des Veterinärs sollte die Wunde nur mit einem sterilen Verband abgedeckt werden. Der Tierarzt wird je nach Art der Verletzung entscheiden, ob eine Auffrischungsimpfung gegen Wundstarrkrampf vorzunehmen ist.
-Stark blutende Wunden: ein Pferd kan durchaus mehrere Liter Blut verlieren, bevor es in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät. Spritzt gleichmäßig pulsierend hellrotes Blut aus einer Wunde, so ist eine Arterie getroffen. Durch Anlegen eines festes Druckverbandes können kleine arterielle Blutungen zum Stillstand gebracht werden, bis der Tierarzt eintrifft. Wenn eine starke Blutung durch abdrücken nicht gestillt werden kann, muß man sie herzwärts abbinden.
Bei Verletzung eines venösen Gefäßes, erkennbar durch die dunkelrote Farbe des Blutes, genügt meist ein fester Wattedruckverband. Wenn auf einem Ausritt keine anderen Mittel zur Hand da sind, kann bei stark blutenden Wunden auch Eis, Schnee oder kaltes Wasser verwendet werden, wodurch sich die Blutgefäße verengen.
Wundvorbeuge
Die Boxen sollten regelmäßig auf herausragende Nägel und Holzsplitter untersucht werden. Hindernisse dürfen keine hervorstehenden scharfen Kanten oder Nägel haben.
Der gewissenhafte Reiter kontrolliert sein Pferd nach jedem Ritt auf kleine Verletzungen, vor allem an den Gliedmaßen. Bei längeren Ausritten oder Wanderritten ist es unbedingt notwendig, eine Mindestausrüstung für die Erste Hilfe mitzunehmen: Wundspray, Bandagen, Watte und anderes.
Wunden
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