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Huflederhautentzündung oder Hufrehe?

   Die Unterscheidung zwischen Huflederhautentzündung und Hufrehe ist anfangs schwierig   


Ein klammer, fühliger Gang, Wendungsschmerz, häufiges Hinlegen, ein „nicht laufen wollen" sowie der in den Augen erkennbare Schmerzausdruck kennzeichnen sowohl die Hufrehe, als auch eine Huflederhautentzündung. Steht das betroffene Pferd nicht in der sogenannten „Rehbock-Stellung" und lässt sich überhaupt nicht mehr fortbewegen, was ein untrügliches Zeichen einer Hufrehe ist, kann die Abgrenzung zwischen Huflederhautentzündung und Hufrehe in den ersten Tagen oft recht schwierig sein. Da die Therapie jedoch dieselbe ist, ist dies nicht tragisch und umso besser, wenn sich in der Folgezeit herausstellt, es handelt sich lediglich um eine Huflederhautentzündung, obwohl die Therapie so umfassend wie bei einer Hufrehe eingeleitet wurde.

Die Hufrehe unserer Pferde bezeichnet eine nicht eitrige und den Gesamtorganismus betreffende Form der Huflederhautentzündung. Eine „normale", demnach nicht den Gesamtorganismus wie bei einer Hufrehe Erkrankung betreffende Huflederhautentzündung kann eitrig oder nicht eitrig verlaufen, eine lokalisierte Huflederhautentzündung betrifft ausschließlich die Pferdehufe, nicht, wie die Hufrehe, den Gesamtorganismus des betroffenen Pferdes. Eine Hufrehe entsteht in der Regel durch eine durchlässige Darmschleimhaut. Toxine des Darmraums bahnen sich durch die Blutbahn ihren Weg in den Organismus des Pferdes. Für uns erst einmal sichtbar durch große Schmerzen des Pferdes an den betroffenen Hufen. Bei einer Hufrehe finden jedoch viele pathogene Veränderungen statt, die Huflederhautentzündung ist lediglich ein für uns Menschen sichtbares Merkmal der Hufrehe. Eine Huflederhautentzündung, bedingt durch lokale Ursachen, wie zu kurzes Hufhorn durch zu hohen Abrieb, Vernagelung, fehlender Hufschutz empfindlicher Hufe, übermäßiger Bewegung auf hartem Boden und fehlerhafter Hufbearbeitung sowie Hufbeschlägen benötigt ähnliche Bedingungen zur Ausheilung wie die klassische Hufrehe.

Eine Hufrehe kann ebenfalls durch die oben genannten lokalen Ursachen ausgelöst werden, jedoch spielt auch die Fütterung, der Stoffwechsel und der Darm des Pferdes bei der Entstehung einer Hufrehe eine tragende Rolle. Eine Hufrehe kann durch eine Vergiftung, falsches oder zu viel Futter, durch hormonelle Imbalancen, eine Stoffwechselerkrankung, durch Medikamente, durch einen nicht im Gleichgewicht stehenden Darmtrakt, durch Überlastung und viele weitere zusätzliche Faktoren und Ursachen ausgelöst werden. So unterteilt man die Hufrehe auch in die Fütterungsrehe, die Vergiftungsrehe, die Belastungsrehe und die Geburtsrehe.

Die Therapie ist grundsätzlich ähnlich, gleich, um welche Form der Hufrehe es sich handelt. Zum Einsatz kommen jedoch je nach Entstehung und Einteilung der Hufrehe gegebenenfalls auch spezifische Mittel, beispielsweise zur Regulation der hormonellen Situation, zum Wiederaufbau des Darmsystems oder Entlastung des Stoffwechsels. Falls Erkrankungen wie das Equine Metabolische Syndrom oder das Cushing Syndrom vorhanden sind, müssen diese zwingend auch therapiert werden, diese Therapie ist jedoch völlig unabhängig von der Hufrehe Therapie an sich zu betrachten. Leider zeigt die Praxis, dass selbst eine gut greifende Cushing Therapie in keiner Weise vor Hufrehe schützt. Daher sollten auch neben einer Cushing Therapie Maßnahmen ergriffen werden, die eine ggf. vorhandene Hufrehe regulieren bzw. vorbeugende Wirkung haben.

Der wesentliche Unterschied zwischen der „normalen" Huflederhautentzündung und der Hufrehe besteht in der Schwere der Erkrankung und in dem Umstand, dass bei einer Hufrehe sämtliche Organe und Organsysteme betroffen sind, im Verlaufe der Erkrankung sowie in den Folgeschäden der Hufrehe Erkrankung. Hufrehe ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die ein sofortiges und effektives Handeln des Pferdehalters erfordert.

Da die Abgrenzung schwierig ist, sollte vorsichtshalber von einer Hufrehe ausgegangen werden, auch wenn es sich lediglich um eine Huflederhautentzündung handeln könnte, um diese schwerwiegende Erkrankung, welche ein schnelles Handeln erfordert, nicht unnötig zu verschleppen und wertvolle Zeit vergehen zu lassen. Die Therapie, die bei einer Hufrehe angewandt wird, schadet auch nicht, wenn es sich - nur - um eine „normale" Huflederhautentzündung handelt.

Bei einer Hufrehe wird der gesamte Stoffwechsel des Pferdes beeinflusst, oft treten im Verlaufe Fieber und Schweißausbrüche auf, die Herz- und Kreislauftätigkeit wird infolge der massiven Schmerzen in Mitleidenschaft gezogen. Die Huflederhautentzündung findet lokal am Huf statt und betrifft nicht den Gesamtorganismus des Pferdes, auch die Schmerzen sind nicht so massiv, wie die einer Hufrehe. Sichtbares Zeichen der Hufrehe sowie auch der Huflederhautentzündung sind jedoch in erster Linie und grundsätzlich Schmerzen am Huf.

Die Vorgeschichte des Pferdes gibt erste Hinweise darauf, ob es sich um eine Huflederhautentzündung oder Hufrehe handelt. Ein Blutbild kann eine Hilfe zur Diagnostik sein, jedoch ist auch eine Blutanalyse lediglich ein Anhaltspunkt, da auch bei der Hufrehe keine von der Norm abweichenden Werte festgestellt werden müssen. Es können jedoch verschiedene Werte von der Norm abweichen, welche dann eindeutig auf eine Hufrehe schließen lassen. Eine Abgrenzung kann am Anfang der Symptomatik schwierig werden. Die Diagnose ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Anhaltspunkte sind die Vorgeschichte des betroffenen Pferdes, der Grad der Schmerzen des betroffenen Pferdes, das Gesamterscheinungsbild, die Anamnese, eventuell vorausgehende Hufbearbeitungen und vieles mehr. Besonders schwer fällt eine Abgrenzung demjenigen, der in der Therapie der Hufrehe Erkrankung nicht erfahren ist. Eine weitreichende Erfahrung mit der Hufrehe Erkrankung lässt schneller eine eindeutige Diagnose zu, als Unerfahrenheit mangels Hufrehe Erkrankungen in der Praxis. Eine endgültige Diagnose und Abgrenzung ist - je nach Vorgeschichte - oftmals erst nach Wochen und Monaten zu stellen, da die Folgeschäden einer Hufrehe oft erst dann sichtbar werden. Die Vernarbung und Verbreiterung der weißen Linie etwa und auch das Röntgenbild, welches oft erst längere Zeit nach Auftritt der Symptomatik angefertigt wird, lassen eine eindeutige Diagnose zu.

Die Therapien der Huflederhautentzündung und Hufrehe unterscheiden sich, was die Veterinärmedizin betrifft, kaum. Bei der Hufrehe wird veterinärmedizinisch jedoch auch die lokale Situation der Hufe eher einbezogen, als bei einer - normalen - Huflederhautentzündung.

Die Fütterung sollte vorsichtshalber der eines an Hufrehe erkrankten Pferdes entsprechen. Sofern sich im Verlaufe der Erkrankung herausstellt, dass es sich lediglich um eine normale Huflederhautentzündung handelt, schadet es auch in diesem Falle nicht, das betroffene Pferd auf Diät zu setzen, da es sich aufgrund der Schmerzen weniger bewegen wird.

Eine homöopathische Therapie sollte zwingend ursachenbezogen ausgerichtet werden. Hier würden bei einem fachkundigen Behandler bei Hufrehe andere Mittel in die Therapie mit einbezogen, als bei einer Huflederhautentzündung. Je nach dem Bild, was sich aufgrund der Untersuchung und Anamnese darstellt, wird eine homöopathische Therapie der Ursache und dem Erkrankungsbild entsprechend ermessen und bleibt somit immer dem Einzelfall vorbehalten. Kämen bei einer Huflederhautentzündung entzündungslindernde Mittel in die engere Auswahl, so würden bei Hufrehe die Ursachen, beispielsweise hormonelle, fütterungsbedingte oder Vergiftungen in die Therapie und Mittelwahl mit einbezogen. Eine homöopathische Therapie sollte bei der Hufrehe Erkrankung lediglich die Regulation unterstützend eingesetzt werden. Sehr gute Erfahrungen bestehen allerdings mit Kräutern und Pflanzen in der Fütterung des von Hufrehe betroffenen Pferdes, die Erfolge sind großartig und bieten eine wirkliche Chance auf Hilfe für von Hufrehe betroffene Pferde.

Auch bei einer Huflederhautentzündung im klassischen Sinne ist der Einsatz von bestimmten Kräutern und Pflanzen von Vorteil bei der Regulation. Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie auch auf meiner Homepage.

Tierheilkundezentrum

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls

Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg

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