Griffelbeinoperation
Griffelbeinoperation
Bei Ihrem Pferd ist wegen einer Fraktur des Griffelbeins eine Operation notwendig geworden. Es gibt 2 Formen von Griffelbeinfrakturen:
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Die traumatische Fraktur, d.h. dass ein Bruch durch einen Tritt o.ä. hervorgerufen worden ist. Diese Frakturen sind häufig mit einer größeren Wunde und dann auch einer entsprechenden Infektion durch Verschmutzung verbunden. Außerdem befinden sie sich meist im oberen Abschnitt des Griffelbeins (Gelenknähe !).
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Diese Frakturen können manchmal sehr schwierig zu operieren sein und auf Grund der bereits eingetretenen Infektion verläuft hier auch die Wundheilung nicht immer ganz problemlos.
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Die pathologische- oder Ermüdungsfraktur. Dabei bricht das Griffelbein spontan, meist im unteren Drittel. Dies sind die häufigsten Frakturen. Diese Fälle sind in der Regel routinemäßig zu operieren.
Am Abend vor der Operation lassen wir den Patienten, meistens unter Verwendung eines Maulkorbs, hungern, um ihn am nächsten Tag nüchtern in Narkose zu legen. Das Pferd wird mit Beruhigungsmedikamenten vorbereitet und dann schonend mit einer Decke medikamentös abgelegt. Anschließend wird das Pferd mit dem Kran auf den OP-Tisch gelegt und intubiert, d.h. ein Tubus (Gummischlauch) wird in die Luftröhre eingebracht und Ihr Pferd wird durch unser Narkosegerät assistiert mit Sauerstoff und Isofluran beatmet.
OP
Die Operation findet unter maximalen hygienischen bzw. sterilen Bedingungen statt. Das Operationsfeld wird gründlich geschoren, desinfiziert und mit sterilen Tüchern großflächig abgedeckt. Wenn das Operationsfeld fertig vorbereitet ist, wird der Chirurg mit einem Skalpell erst die Haut durchtrennen, das Griffelbeinende freipräparieren und oberhalb der Fraktur (meist mit einer sog. oszillierenden Säge) den Stumpf absetzen. Anschließend wird die Wunde zweischichtig mit mehreren Nähten wieder geschlossen und das Bein mit einem Zinkleimverband versehen, damit die Wundheilung problemlos verlaufen kann. Üblicherweise dauert eine solche OP ca. 1 Stunde.
Danach wird der Patient vom Narkosegerät abgehängt und auf dem Weg in die speziell gepolsterte Aufwachbox mit reinem Sauerstoff versorgt.
Innerhalb von 10 bis 20 Minuten wird das Pferd in der Regel wieder wach und steht auf. Selbstverständlich nutzen wir den „wehrlosen" Zustand unseres Patienten, um bei ihm die Zähne zu kontrollieren und wenn nötig zu raspeln bzw. zu schleifen. Beim männlichen Patienten gehört auch die Schlauchreinigung zur Routine.
Wenn das Tier dann nach ca. 30 Minuten seine Standreflexe wieder vollständig erlangt hat, wird es mit Maulkorb in ihre Box zurückgebracht. Ab jetzt darf das Pferd auch vom Besitzer begrüßt werden.
Nachsorge
Postoperativ wird das Pferd insgesamt fünf Tage lang antibiotisch abgedeckt, um einer Infektion vorzubeugen. Nach fünf Tagen kann der Patient nach Hause entlassen werden, vorausgesetzt es sind keine Komplikationen aufgetreten.
Nach dem Klinikaufenthalt ist eine dreiwöchige Boxenruhe nötig. Während der ersten fünf Tage sollte täglich Fieber gemessen werden (Normaltemperatur bis 38,4°C). Der Zinkleimverband bleibt 10 Tage liegen. In dieser Zeit müssen der Sitz des Verbandes und die Belastung der Gliedmaße unbedingt täglich kontrolliert werden (Gefahr einer Drucknekrose!). Sollte die Körpertemperatur ansteigen, oder die Belastung schlecht werden, muss sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden. Ca. 14 Tage nach der OP sollte eine Röntgenkontrolle des OP-Stumpfes erfolgen, um die in seltenen Fällen eintretende Knochenhautentzündung rechtzeitig zu erkennen. Nach der dreiwöchigen Boxenruhe wird das Pferd drei Wochen lang täglich im Schritt 20 bis 30 Minuten geführt. Anschließend kann das Pferd täglich 45 Minuten Schritt geritten werden. Weide und/oder Koppelgang sind nicht erlaubt. Die weitere Behandlung sowie die nach dem Klinikaufenthalt notwendigen Verbandswechsel und das folgende Bewegungsprogramm sollten mit dem Haustierarzt abgesprochen werden.
Normalerweise müssen Sie vom OP-Termin an mit einem Nutzungsausfall Ihres Pferdes von zwei Monaten rechnen.
Fütterung
Die Fütterung ist der Leistung entsprechend reduziert vorzunehmen: immer ausreichend Rauhfutter, während der Steh- und Schrittphase kein oder nur ganz wenig Kraftfutter sowie jeden zweiten Tag Mash zur Kolikprophylaxe.
Tierärztliche Klinik für Pferde Seeburg PARTNERSCHAFT Dr. A. Faulstich Dr. D. Schad Fachtierärzte für Pferde M. Gronenberg Dr. D. Köhler Praktische Tierärzte Engelsfelde 1 A 14624 Dallgow-Döberitz / OT Seeburg Tel. 033201-21589 Fax 033201-20442 pferdeklinik-seeburg.at.t-online.de Terminvereinbarung Mo.-Fr. 10.00 - 11.00 Uhr - Telefon 033201-21589 - Notfälle 24 Stunden ©Pferdeklinik Seeburg 10/2005 www.pferdeklinik-seeburg.de

