Vjatka
Geburtsland
Europäisches Russland
Ursprünge der Rasse
Der Vjatka ist einer der Kleppertypen der weiten Waldgebiete des russischen Nordens. Die Überlieferung nach soll der heutige Vjatka aus einer Kreuzung der heimischen Waldklepperrasse mit Estländischen Kleppern entstanden sein, die schon während der Regierungszeit der Zaren Alexis Michailowitch (1629-1676) und seines Sohnes Peters des Großen (1672-1725) in jene Gegend eingeführt worden waren, um die dortige Rasse zu verbessern. Später soll dann, unter Katharina der Großen (1729-1796), eine umfangreichere Einkreuzung von Finnischen Kleppern stattgefunden haben.
Im 18./19. Jahrhundert waren die Vjatkas sehr beliebt und hochgeschätzt in den kaiserlichen Postgespannen und später als Droschkenpferde in den größeren Städten, vor allem wegen ihrer Ausdauer und ihrer Anspruchlosigkeit. Aber die einstmals sehr zahlreich vorhandene Landrasse ist namentlich in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, aber auch während der sowjetischen Herrschaft, teilweise mit schwereren Kaltblutrassen gekreuzt worden, um sie in Kaliber und Gewicht modernen landwirtschaftlichen Anforderungen anzupassen. Man dachte nicht daran eine Genreserve aufzubauen. Um 1917 hielt man die Rasse für ausgestorben.Nachdem man ihre Unentbehrlichkeit für die Waldgebiete des Nordens erkannt hatte, ging man seit den zwanziger Jahren an die Restaurierung der Rasse, indem man die vorhandenen Reste sammelte, um aus ihnen erneut eine Population aufzubauen.
Die meisten Pferde gibt es in den Gebieten von Irgiz, Koz, Debez, und Balezin. Die Zucht ist nicht in Gestüten konzentriert, sondern in kleinen Bauernwirtschaften über das Land verstreut.
Beschreibung
- Kopf:
Gerade mit breiter Stirn und einer leichten Einbuchtung in Augenhöhe; Die Ohren sind gut gestellt, die Ganaschen wirken oftmals etwas schwer. - Exterieur:
-Starke Hals mit mächtig entwickeltem Kamm
-Brust, muskulös und breit
-Widerrist, breit und niedrig
-Rücken, kräftig bemuskelt
-Kreuz, breit und fest
-Kruppe, gerundet und abfallend mit tiefem Schweifansatz
-Fundament macht einen strammen, stabilen Eindruck mit wohlmarkierten Sehnen und kräftigen Gelenken
-Hufe, fest, gut geformt und mittelgroß
-Winterfell, lang, grannenartig mit dichter, fettiger Unterwolle
-Mähnen- und Schweifhaar sehr dicht und eher grob. - Stockmaß:
138 bis 145 cm - Farbe:
Charakteristisch sind Falben, reh- oder mausfarben, mit Aalstrich, der Andeutung eines Schulterkreuzes und zebraartigen Streifen an Vorderarmen und Unterschenkeln. Häufiger sind Braune in unterschiedlichen Tönungen. - Interieur:
Gutmütig mit frommem Charakter und munterem, energischem Temperament. Er ist ausdauernd, zäh, anspruchslos. - Einsatz:
Er ist ein leichtes Zug- (Schlitten, Troika, Tatschanka), Pack- und Reitpferd der nördlichen Waldgebiete. Als nimmermüdes Arbeitspferd im leichteren landwirtschaftlichen Zug und dem winterlichen Holztransport ist er ein ehrlicher Helfer der Walldbauern. Heute wird die Rasse immer noch als gefährdet angesehen, obgleich man mittlerweile ihren hohen Wert für die Waldwirtschaft und den Tourismus erkannt hat.
