Tschechisches Kaltblut
Ursprungsland
Tschechien
Ursprünge der Rasse
Bereits um 1625 begann der kaiserliche Feldherr Wallenstein in seinem Herzogtum Friedland in Nordböhmen einen schweren böhmischen Landschlag zu züchten.
Mit dem Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert und der überall in Europa einsetzenden Intensivierung der Landwirtschaft, fand in Böhmen und Mähren eine allgemeine Verstärkung des heimischen Landschlages mit Hilfe importierter Ardenner und Belgischer-Hengste statt. In den bergischen Grenzgebieten des Böhmer Waldes und im Glatzer Land wurde gleichzeitig die Zucht des Norikers bevorzugt.
Nach dem Zusammenbruch der k.u.k.-Donaumonarchie wurden erneut Original-Belgier nach Böhmen und Mähren importiert. Dagegen verstärkte man in der Gegend von Netolitz die Rasse mit schweren Pinzgauer-Hengsten zu einem mittelschweren Arbeitsschlag.
Weit verbreitet war zwischen den beiden Weltkriegen und auch nach dem Zweiten Weltkrieg ein als „Murak" bezeichneter Halbschlag aus der Mischzucht von Kaltblut und Warmblut.
Seit den 60er Jahren, mit der sich ausbreitenden Motorisierung in Landwirtschaft und Wirtschaft ist die einst blühende Böhmische Kaltblutzucht weitgehend der eines vielseitig verwendbaren Warmblutpferdes für Freizeit und Sport gewichen.
Beschreibung
- Exterieur:
das Tschechische Kaltblutpferd, auch als Murak oder Böhmisch-Mährisches Kaltblut genannt, wirkt insgesamt recht gefällig, wobei deutlich der Ardenner-Einfluß zu erkennen ist. Er steht gewöhnlich über recht viel Boden. Eine kräftige Muskulatur und ein stabiles, korrektes Fundament, ohne Behang sind typische Merkmale. Die Hufe sind gut geformt und hart. - Stockmaß:
liegt bei 160 cm - Farbe:
es überwiegen Füchse, oft mit lichtem Langhaar, weniger häufig sind Braune. Andere Farben bilden die Ausnahme. Weiße Abzeichen, Blessen, aber auch größere Abzeichen an den Gliedmaßen finden sich recht oft. - Interieur:
ausdauernd, genügsam und hart - Einsatz:
es findet vorzugsweise in der Forstwirtschaft und daneben in geringem Maße auch noch in der landwirtschaftlichen Arbeit Verwendung. Aber insgesamt ist die Rasse aufgrund der fortschreitenden Motorisierung stark rückläufig.

