Tersker
Geburtsland
Europäisches Russland
Ursprünge der Rasse
Die Geschichte des Terskers muß man mit dem Gestüt Streletzk sehen. 1805 wurde das Gestüt von dem Grafen Alexej Orlow-Tschesmensskoj errichtet, der hier die Basis für eine hochklassige Reitpferderasse auf Arabischer Grundlage legte. Zunächst bestand das Stutenmaterial aus sorgfältig ausgesuchten Donschen Steppenstuten. Aus deren Anpaarung mit importierten oder aus anderen bedeutenden Gestüten Rußlands und Russisch-Polens erworbenen Araber-Hengsten hervorging ein vorzüglicher Reitpferdeschlag, den man als Don-Streletzker bezeichnete.
1845 erwarb die Russische Krone Streletzk aus dem Besitz der Tochter Orlows, zusammen mit einigen anderen von ihm gegründeten Gestüten. In der ersten Phase ging man zu einer Kreuzung mit Vollblut über, die sich als Mißgriff zeigte. Darauf wurde Reinzucht des alten einheimischen Stammes auf Basis überwiegend Orientalischen Blutes angeordnet.
Während der Ersten Weltkrieg und der Revolution wurde diese Edelrasse stark dezimiert.
Danach unternahm der Kosakengeneral Semjon Michailowitch Budjonny den Versuch, die wertvolle Streletzker-Rasse mit Hilfe ihrer letzten Vertreter wieder zum Leben zu erwecken. Zwei Silberschimmelhengste und noch sechs Streletzker-Stuten waren nachgeblieben. Im Gestüt Tersk paarte man die Stuten mit Arabern, Kabardinen, Don-Pferden, teils auch mit Vollblut. Dann wurden die nachfolgenden Generationen untereinander gepaart. Der Grad der Inzucht und Inzestzucht war erheblich. Um jedoch einer möglichen Inzuchtdepression mit allen negativen Konsequenzen aus dem Wege zu gehen, wurden in der Folge verschiedene Arabische Hengste als Outcross zur Zucht herangezogen.
Auf diese Weise entstand zwischen 1925 und 1948, als sie ihre staatliche Anerkennung als eigenständig erfuhr, die Terskerrasse als Nachfolgerasse des Streletzkers. 1949 wurde die Zucht von Tersker-Pferde im Gestüt Stawropol, im Nordkaukasus gelagert. Im Gestüt Tersk werden heute nur noch Reinblut-Araber gezüchtet.
Die Zucht, Aufzucht und Haltung erfolgt in Tabunen. Die Zuchtpopulation ist nicht sehr groß. Es bestehen sieben Hengstlinien: Zenitel, Zylindr, Zylvan, Zenny II, Zylindr II, Zenzar und Manosch.
Beschreibung
Exterieur:
Aufgrund der verschieden hohen Anteil der an der Entstehung beteiligten Gründerrassen drei Typen:
1. Basistyp:
-Kopf, mittelgroß, gerade oder leicht konkave Profil, große und freundliche Augen, lange Ohren
-Hals, lang, und schön geschwungen, gut aufgesetzt und getragen
-Widerrist, gut markiert
-Schulter, schräg gelagert
-Rücken, kurz und kräftig bemuskelt
-Kruppe, lang und leicht abfallend
-Schweif, hoch angesetzt und „arabisch“ getragen
2. Osttyp: kommt der Reinblutaraber exterieurmäßig am nächsten
-Kopf, sehr edler Kopf mit betonter, breiter Stirn, weit auseinanderstehenden Augen und feiner Nüstern-Maul-Partie. Profil ist stets konkav mit deutlichem „Araberknick“.
-Hals, weniger lang, sehr schön geschwungen
-Rumpf, kürzer als bei den anderen Typen
-Kruppe, gerade
-Schweif, hoch angesetzt und „arabisch“ getragen
-Haarkleid und Langhaar, fein und seidig
Das Pferd wirkt quadratisch und das Fundament ist leichter.
3. Robuste Typ: er besitzt weniger Adel und Trockenheit. Es fehlt ihm an Eleganz.
Stockmaß:
liegt bei 150 – 155 cm
Farbe:
es kommen fast ausschließlich Schimmel vor, meist mit einem auffallenden, metallischen Silberglanz. Füchse sind selten, Braune treten fast nie auf.
Interieur:
trotz eines lebhaften Temperaments besitzen sie ein freundliches, gefügiges Wesen. Sie sind intelligent, gelehrig und menschenbezogen
Einsatz:
der Tersker besitzt ausgezeichnete Reitpferdeigenschaften, die seinen Einsatz auch im Sport, im Springen, in Dressur, Vielseitigkeits- und Distanzreiten ermöglichen. In Galopprennen hat sich der Tersker bereits seit Jahren hervorgetan. Auf der Rennbahn Pjatigorsk konkurriert er mit Reinblut-Arabern. Er eignet sich auch besonders gut für Kinder und Jugendliche, ebenso wie für Spazier- und Wanderreiter, überhaupt für alle Arten der Freizeitreiterei. Er ist außerordentlich beliebt als Zirkuspferde.
