Sowjetisches Lastpferd
Geburtsland
Europäisches Russland
Ursprünge der Rasse
Es ist die jüngste und zugleich am weitesten verbreitete, als eigenständig anerkannte schwere Rasse auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.
Sie entstand ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durch Kreuzung der lokalen Stutengrundlage mit schwersten westeuropäischen Kaltbluthengsten, wobei außer den anfänglich vorwiegend verwendeten Percherons vor allem Belgische Hengste der Brabanter und der Ardenner Zuchtrichtung die entscheidende Rolle spielten. 1854 begann der Import vom Belgischen Hengsten, und bis 1916 wurden rund 730 Hengste dieser Rasse nach Rußland importiert. Nach der Sowjetischen Revolution (1917-1921) wurden die Importe auch fortgesetzt.
1952 wurde die Rasse als eigenständig unter dem Namen „Sowjetisches Lastpferd" vom Ministerrat der UdSSR anerkannt.
Zuchtzentren waren und sind die Gestüte Pochinki und das südlich Tambow liegende Mordovo. Hinzu kommen zahlreiche Kollektivwirtschaften mit Pferdezucht um Jaroslaw, Wladimir und Nishni Nowgorod. Heute wird die Rasse weit über den Rahmen ihres ursprünglichen Entstehungsgebietes in Gestüten und größeren und kleineren staatlichen Zuchtstätten der mittleren, nordwestlichen und nordöstlichen Gebiete der ehemaligen UdSSR gezüchtet.
Beschreibung
- Kopf:
Mittelgroß, meist mit leicht geramsten Profil - Exterieur:
-Hals, kurz, massiv, gut getragen
-Widerrist, breit, niedrig und fleischig
-Schulter, gewaltig muskelbepackt
-Brust, breit
-Rücken, muskulös und breit
-Kruppe, breit, stark bemuskelt, gespalten und sehr abschüssig mit tiefem Schweifansatz
-Gliedmaßen, mit kurzen, starken Röhrbeine und gut markierten Sehnen und Gelenken
-Hufe, rund
-Mähne und Schweif, dicht und grob behaart. - Stockmaß:
zwischen 157 und 162 cm - Farbe:
Am häufigsten kommen Füchse in verschiedenen Tönungen, oft mit hellerem Langhaar, daneben Braune und Braunschimmel vor. Abzeichen, außer Stern oder Blesse, sind selten. - Interieur:
Extrem leistungsbereit und leistungsfähig mit einem frommen, umgänglichen Charakter und ein ruhiges, obgleich energisches Temperament. Diese Rasse ist ausgesprochen anspruchlos hinsichtlich Haltung, Fütterung und Pflege. - Einsatz:
Diese Rasse hat mehrere Nutzung: Bis Heute wird sie vor allem auf Leistung in der schweren Landwirtschaftlichen Arbeit im Geschirr vor Pflug und Egge, Kultivator, Schleppe und Wagen in der Forstarbeit selektiert und gezüchtet. Eine zweite Nutzung ist die Milchproduktion für die Herstellung von Kumys, einem dickflüssigen, schäumenden Sauermilchgetränk mit einem Alkoholgehalt von 0,5 bis 3 Prozent, sowie anderer diätischer Produkte als Heil- und Schonkost für den Mensch und zur Herstellung von kosmetischen und pharmazeutischen Präparaten. Als dritte Nutzung wird die Rasse häufig zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit in andere, bodenständige, lokale Arbeitsrassen und -schläge eingekreuzt. Leider werden sie auch als Schlachtpferde exportiert meist in die romanischen Länder West- und Südwest-Europas.
