Sorraia
Geburtsland
Portugal
Ursprünge der Rasse
Wir dürfen es heute als gesichert ansehen, daß das auf der Iberischen Halbinsel als „Zebro" bekannte Wildpferd der Vorfahr des Sorraia und damit über diesen auch der Pura Raza Espanola und des Lusitano ist und damit auch aller Nachfolgerassen.
Seit jeher war der Sorraia das Hirtenpferd der portugiesischen Vaqueros. Ihre Hauptaufgaben bestanden darin, die Stierherden von einem Ort zum anderen zu treiben und einzelne Stiere auszusondern. Im Sommer und Herbst kamen dazu noch das Dreschen des Getreides und Feldarbeiten wie Eggen und Säen.
Um die Rasse vor einer drohenden Verkreuzung und damit vor dem Aussterben zu retten, faßte Dr. Ruy d´Andrade, ein bedeutender portugiesischer Hippologen, um 1920 den Entschluß, für sie ein eigenes Gestüt zu errichten.
Das Zuchtgebiet des Sorraia ist das Tal des Sorraiaflusses, auch Zatas genannt, eines Nebenflusses des Tejo. Der Boden ist sehr kalkarm, die Ernährung der Pferde ausgesprochen karg. Heute ernährt er sich von dem, was die weidenden Rinder übriglassen, und lebt Tag und Nacht unter freiem Himmel. In Portugal gibt es noch drei Gestüte, die sich der Zucht des Sorraia widmen. Das wichtigste unter ihnen ist das Gestüt von Dr. Ruy D´Andrade, das jetzt von seinem Sohn fortgeführt wird. Die beiden anderen, das Gestüt von Dr. Manuel Abecassis und das Nationalgestüt, sind aus dem erstgenannten hervorgegangen.
Der Sorraia ist heute eine recht seltene Rasse, da in der sogennanten „Nelken-Revolution" von 1975 sehr viele Pferde umgekommen sind. Damit zählt der Sorraia zu den akut gefährdeten Haustierrassen.
Beschreibung
- Kopf:
leicht, trocken, schmalstirnig, mit einem durchgehend konvexen Profil, hoch sitzenden, elliptischen Augen und recht langen Ohren; Kiefer, kräftig und massiv ausgebildet, die Maulpartie fein - Exterieur:
-Hals, lang, schlank und biegsam mit einer feinen Verbindung zum Kopf
-Widerrist, deutlich markiert
-Schulterblatt, lang und schräg gelagert
-kurze Rücken
-lange, muskulöse und abschüssige Kruppe
-das relativ feine Fundament wirkt trocken und hart
-Gelenke und Sehnen, klar konturiert
-kleinen, gut geformten Hufe, sehr widerstandsfähig durch ihr zähes Horn - Stockmaß:
von 140 bis 145 cm - Farbe:
meist ein Gelb- oder Mausfalb mit Aalstrich und häufig einer Zebrierung an Unterarmen und Unterschenkeln bis über Vorderfußwurzel- und Sprunggelenke hinab. Maulpartie und Ohrenspitzen sind stets dunkel. Der reingezogene Sorraia besitzt niemals weiße Abzeichen. Der dunkle Innenteil von Mähne und Schweif wird von hellen Haaren gesäumt, die oft fast weiß sind. - Interieur:
sie sind sehr gelehrig, sensibel und gehorsam auf die Hilfen des Reiters, lebhaft und eifrig bei der Arbeit. - Einsatz:
da sie außerordentlich wendig, schnell und sehr mutig, eignen sie sich nach wie vor hervorragend für die Arbeit mit den Rindern.
