Senner
Geburtland
Deutschland
Ursprünge der Rasse
Über viele Jahrhunderte galt die Senner-Zucht als eine der besten Reitpferdezuchten Deutschlands.
Die Senner bildete eins der Wildbahngestüte, deren es im westfälischen Raum eine ganze Reihe gab. Ihr Charakteristikum bestand darin, daß man grundsätzlich keine fremdblütigen Mutterstuten einrangierte, sondern immer mit dem vorhandenen Mutterstamm weiterzüchtete. Ein Einsatz von Fremdblut erfolgte nur über die Beschäler.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Senner-Zucht arg dezimiert durch Plünderungen durchziehender Truppen. In 1648, nach dem Friedensschluß von Münster und Osnabrück bemühte man sich sehr um einen raschen Wiederaufbau des Gestüts. Die ersten noch vorhandenen Pferderegister des Senner-Gestüts gehen bis auf das Jahr 1706 zurück. Die Stute "David" ist die Stammmutter aller heute noch lebenden Senner. Insgesamt ist es interessant, daß sich über die Jahrhunderte niemals eine Hengstlinie länger als drei Generationen zu halten vermochte. Die Kontinuität der Zucht wurde demnach ausschließlich durch die Stutenstämme gesichert.
Neben selbstgezogenen Hengste würden im Gestüt in der Senne ständig fremde Hengste benutzt, so zu Beginn des 18.Jahrhunderts die "Dänen" Veinquer, Royal Danois etc. , die als stark und arabisch geprägt beschrieben wurden. Nach ihnen kamen die englischen "Courser". Ab 1825, kam das Senner-Gestüt noch einmal zu hoher Blüte. Man folgte dem damaligen allgemeinen Trend zu einem vermehrten Vollbluteinsatz auch in der Senner-Zucht.
Mit dem Einsetzen der landwirtschaftlichen Revolution, Aufgabe der Dreifelderwirtschaft und so weiter stellte sich der Senner als zu leicht und zu temperamentvoll für die veränderten Rahmbedigungen der landwirtschaftlichen Arbeit heraus. Man konnte den Niedergang des Landgestüts nicht mehr verhindern.
Das es die Senner bis heute immer noch gibt, ist vor allem eine niederländischen Privatzüchterin zu verdanken, Julie Marie Immink, die 1935 anhand einer noch vorhandenen Verkaufsliste den Verbleib der Stuten aufspürte und nach und nach einen teil von ihnen wieder zurückkaufen konnte.
Ab Ende der sechsiger Jahre vergrößerte sich der Kreis der Senner-Pferdezüchter allmählich.
Seit 1976 besteht in Wieglinghausen das Senner-Gestüt Spiekerhof der Familie Lackner, in dem die größere Zahl der noch existierenden Senner-Population von etwa 30-40 Zuchtpferden konzentriert ist. Seit 1996, werden die Senner, nach der Einrichtung eines eigenen Gestütsbuch beim Westfälischen Pferdestammbuch, wieder als eigenständige Rasse geführt.
Beschreibung
- Kopf:
edel, trocken, ausdrucksvoll mit großen, lebhaften Augen; gerade bis konkave Profil - Exterieur:
der heutige Senner ist ein edles, mittelgroßes, gängiges, im betont Anglo-Arabischen Typ stehendes Pferd. Der Hals ist von mittlerer Länge mit leichtem Genick. Der Widderrist bietet eine gute Sattellage. Das Fundament ist trocken, klar und hart. Die Hufe sind klein, außerordentlich hart und zäh. - Stockmaß:
zwischen 158 und 164 cm - Farbe:
meistens Braune und Schimmel, seltener Füchse. - Interieur:
umgänglich, freundlich, lebhaft, gelegentlich etwas heiß. - Einsatz:
er eignet sich vorzüglich als Sportpferd für alle Disziplinen, vor allem für Springen und Military, und auch als Freizeitpferd.
