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Sardischer Anglo-Araber

Geburtsland
Italien

Ursprünge der Rasse
Beim Sardischen Anglo-Araber handelt es sich um die Pferdepopulation der zu Italien gehörenden Mittelmeerinsel Sardinien. Die Pferdezucht auf Sardinien läßt sich aufgrund antiker Ausgrabungen bis weit über 3000 Jahre zurückverfolgen. Die ersten Importe auf der Insel waren numidische Pferde, die im 9. Jahrhundert v. Chr.von phönizischen Siedlern eingeführt wurden. Die späteren Kolonisten und Okkupanten haben auch im Verlauf der Jahrhunderte mit den von ihnen mitgebrachten Pferden ihre Spuren in Sardiniens Pferdepopulation hinterlassen. Vor allem während der arabischen Herrschaft war Berber- und Spanisches Blut auf die Insel gelangt. Zwischen 1452 und 1516, brachte man viel Andalusisches Zuchtmaterial vom Festland hinüber, wodurch die Sardische Zucht außerordentlich aufblühte, bis über das 17./18. Jahrhundert an.
Früher in seinen unveredelten Exemplaren, war der ursprüngliche Typ des Sardischen Pferdes das Arbeits- und Gebrauchspferd der Bergbauern, als Säumer, im Karren oder unter dem Sattel
Im 19. Jahrhundert, in der Zeit der nationalen Einigungskämpfe, kam es, wie auch anderswo in Italien, zu einem rapiden Niedergang und Bedeutungsverlust der Pferdezucht Sardiniens. Erst um die Mitte der 70er Jahre erinnerte man sich seitens der Regierung und der Armee wieder an sie. Durch das Militär wurde das Sardische Pferd durch das Militär in eine Kavalleriemonte umgezüchtet und wurde sehr harten Leistungstests unterworfen. Als Veredler setzte man zunächst hauptsächlich Araber und Anglo-Araber und im 20. Jahrhundert schwenkte man auf das Vollblut um und erweiterte dadurch die Leistungsfähigkeit der Rasse.
Das Sardische Pferd findet sich mehr in den Küstenregionen und im Norden Sardiniens. Das staatliche Hengstdepot Chilivani hat maßgeblichen Anteil an der Sardischen Zucht durch Bereitstellung von Vollblut- und Anglo-Araber-Hengsten.

Beschreibung

  • Kopf:
    edel, trocken, mit geradem oder leicht konkavem Profil; kurze, spitze, sehr bewegliche Ohren und große, lebhafte Augen
  • Exterieur:
    -Hals, leicht, gut angesetzt und getragen
    -kurze Rücken
    -etwas spitze, recht abschüssige, muskulöse Kruppe
    -Extremitäten, feinknochig, hart
    -lange Fesselung und kleinen, schmalen, extrem harten Hufe
  • Stockmaß:
    beim Sardischen Anglo-Araber unterscheidet man 3 Typen, entsprechend ihrer Widerristhöhe. Der Kleinste 156 bis 158 cm wird heute häufig in den Galopprennen auf der Bahn von Sassari eingesetzt. Die beiden größeren Typen, 158 bis 165 cm und über 165 cm finden meist Verwendung im Turniersport oder als Polizeipferde.
  • Farbe:
    ausschließlich Braune oder Dunkelbraune mit wenig Abzeichen
  • Interieur: sie sind außerordentlich leistungsbereit und leistungsfähig, zäh, ausdauernd, anspruchslos und genügsam. Sie haben ein lebhafte, oft feurige Temperament bei dennoch frommen, umgänglichem Charakter.
  • Einsatz:
    nach der Einkreuzung von Arabischem und Vollblut war es lange Zeit eine der begehrtesten Kavallerieremonten Italiens und ist bis heute immer noch sehr beliebt als Reitpferd der berittenen Polizei. Daneben, wird es für die Rennen auf der Galopprennbahn Nordsardinien gezüchtet und erfreut sich steigender Interesse als Sportpferd, vor allem Military- und Springprüfungen bis zur Schweren Klasse. Er wird auch eingesetzt bei den verschiedenen Brauchtumsveranstaltungen und Volksfesten Sardiniens.
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