Sachsen-Anhaltiner Warmblut
Geburtsland
Deutschland
Ursprünge der Rasse
1944 wurde vom Sachsen-Anhaltinischen Zuchtverband ein eigenes "Gestütbuch für Edles Warmblut" aufgelegt. Bis dahin hatten nur Gestütbücher für Kalt-und Schweres Warmblut bestanden.
Seit Anfang bis Mitte der fünfziger Jahre begann sich mit der rapide fortschreitenden Motorisierung der Landwirtschaft eine Zunahme der Warmblutzucht auf Kosten der mehr und mehr zurückgehenden Kaltblutzucht abzuzeichnen. Damit einher ging eine allmähliche Änderung des Nutzungszwecks, so dass schließlich nur noch sportliche Aspekte das Zuchtziel bestimmten. Professor Wussow erhielt den Forschungsauftrag, die Eignung des auf Hannoverscher Grundlage gezüchteten Edlen Warmblutpferdes für die landwirtschaftlichen Belange Sachsen-Anhalts zu untersuchen.
Bei der Wahl des Hannoveraners ließ sich Wussow auch durch die guten Erfahrungen leiten, die in den anderen Nachzuchtgebieten Mecklenburg, Pommern, Brandenburg und Westfalen mit dieser Rasse gemacht worden waren.
Seit Mitte der sechziger Jahre begann im ganzen Zuchtgebiet Sachsen-Anhalt ein Umstellungsprozeß einzusetzen. Die frühere Hochburg des schweren Warmbluts wurde über den Weg der Verdrängungskreuzung, unter Zuhilfenahme von Vollblut und Ostpreußischem Blut mehr und mehr zu einem Zuchtgebiet des Edlen Warmbluts. Vorreiter waren natürlich das Hauptgestüt Radegast und die staatliche Hengsthaltung. Darüber hinaus wurden die genossenschaftlichen Betriebe und Staatsgüter, in denen Zuchtstutenbestände von 10 und mehr Stuten vorhanden waren, als „staatlich-anerkannte Zuchtbetriebe" gefördert.
Innerhalb der folgenden zwanzig Jahre verschwand auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt das schwere Warmblut vollständig.
Heute wird in Sachsen Anhalt, vor allem in der zwischen dem Originalzuchtgebiet Hannover und dem Nachzuchtgebiet Brandenburg, ein edles Warmblutpferd im Hannoverschen Typ gezüchtet. Nach dem 1990 erfolgten Zusammenschluß von Bundesrepublik und DDR und der Wiederherstellung Sachsen-Anhalts, ist als Erbteil aus 30 Jahren Zuchtgeschichte im Rahmen der Pferdezuchtdirektion Mitte eine qualitativ hochstehende Reitpferdezucht vorhanden. Das Hauptgestüt Radegast wurde 1992 aufgelöst und in ein Landgestüt umgewandelt. Daneben hat sich eine mehr und mehr sich ausbreitende Privathengsthaltung etabliert. Gleichzeitig jedoch sind auch die Neustädter Landbeschäler und ein Teil der Brandenburger Privatbeschäler vom „Sachsen-Anhaltinischen Zuchtverband" anerkannt.
Beschreibung
Sachsen-Anhalt ist ein Nachzuchtgebiet des Hannoveraners. Die dort gezüchteten Pferde sind bis zu einem gewissen Maße unverkennbar durch die auf das Gebiet ausstrahlenden Einflüsse des auf rein Hannoverscher Basis aufgebauten Hauptgestüts Radegast geprägt und sind so einem in den sechziger/siebziger Jahren kreierten „Standardtyp Hannover „ recht nahe.
