Reitpony
Geburtsland
Grossbritannien
Ursprünge der Rasse
Der Reitpony, wie er heute in den meisten westeuropäischen Ländern gezüchtet wird, ist ursprünglich eine englische Erfindung. Der erste Reitponyzüchter war vermutlich Christopher W.Wilson aus Westmoreland in Nordengland. Als Mutterstuten verwendete Wilson von 1872 an die besten Stuten des heimischen Gebirgsschlages, die sich vermutlich um Ponies im Typ des heute ausgestorbenen Galloway handelte. Als Vaterpferd setzte er den preisgekrönten Ponyhengst Sir George ein. Die große Beliebtheit am Ende des 19. Jahrhunderts verdankte der Wilson-Pony hauptsächlich seinem vorzüglichen huntermäßigen Exterieur und seinen guten Gebrauchseigenschaften. Bald erkannte man allenthalben in England den Wert dieser Hybrid-Ponies und began sich dieses Zuchtprinzips zur Erzeugung von Miniatur-Reitpferden zu bedienen. Zahlreiche größere und kleinere Zuchtstätten entstanden. Zunächst war das Hauptanliegen, Ponies für den Polosport zu züchten. Doch bald überwog, als Zuchtziel ein Reitpony für Kinder, wobei man für die verschiedenen Altersstufen geeignete Größen anstrebte.
Seit etwa 1930 erlebte der Ponysport einen starken Aufschwung in Grossbritannien, der durch die zwei Weltkriege unterbrochen wurde, sich aber seit den fünfziger Jahren ebenso wie der Turniersport rasant ausweitete.
In Grossbritannien sind es vornehmlich die Welsh-Ponies, die als Basisrasse dienen, in Kombinationen mit kleinen Arabischen und Vollblut-Hengsten. Neben den Welsh-Kreuzungen finden auch solche mit anderen Rassen zur Erzielung hochklassiger Reitponies statt. Je nach gewünschter Größe und Eignung für bestimmte Disziplinen variieren die Ausgangsrasse und der Anteil an Arabischem und Vollblut. Als gut geeignet für die reitponyzucht haben sich auch die häufig bereits im Reittyp stehenden Native-Pony-Rassen Dartmoor und New Forest erwiesen. Um Reitponies für den Spitzenspringsport mit Maßen am oberen Ende der Ponyskala zu erzielen, ist vor allem der Connemara-Pony geeignet.
Die Zucht wird von der „National Pony Society" überwacht, die auch das Gestütbuch führt. Dies und die „Britisch Show Pony Society" regeln alle Belange der Zucht, des Austellungswesens und des Turniersports.
Beschreibung
- Kopf:
am Gesicht erkennt man oftmals noch den Ponyhintergrund bei einem sonst vollendeten Reitpferdeexterieur - Exterieur:
-lange hals, oft schön geschwungen und gut aufgesetzt
-schräg gelagerte Schulter
-ausgeprägte Widerrist
-kräftige, gut bemuskelte Rücken
-wohlgeformte, schräge, muskulöse Leistungskruppe
-korrekte Fundament, gelegentlich etwas leicht, meist sehr hart und trocken
-vorbildliche Form und Konsistenz der Hufe - Stockmaß:
die Ponies werden in 3 Größenklassen eingeteilt: bis 128 cm, bis 138 cm und bis 148 cm - Farbe:
bevorzugt werden Braune und Füchse in verschiedenen Schattierungen. Schimmel sind nicht selten. - Interieur:
leistungsbereit, leistungsfähig, intelligent, lernfähig - Einsatz:
sie werden in Großbritannien und Irland für alle Disziplinen des Turniersports gezüchtet. Nicht selten haben vor allem die auf Welsh-Basis entstandenen, hochgezüchteten Reitponies mit hohem Araber- und Vollblutanteil ein etwas heißes Temperament, sind unter Umständen recht sensibel und erfordern ein routiniertes Kind mit fortgeschrittenen Reitfähigkeiten, wenn sich der oft vorhandene Übereifer des Ponys nicht gegen seinen Reiter kehren soll.

