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Poitevin

Geburtsland
France

Ursprünge der Rasse
Der Urtyp des Poitou-Pferdes stammt aus den sumpfingen Marsch- und Moorgegenden der Vendée und des Poitou im Mündungsgebiet des Sèvre, nahe der Atlantikküste, wo er vermutlich schon seit Urzeiten bodenständig war. Mit Sicherheit hat man im Gebiet von Poitou seit dem 10. Jahrhundert mit den großen Poitou-Eseln die Zucht des Poitou-Maultiers betrieben. Geschichtliche Quellen melden, daß seit etwa 1600 die Pferdezucht und damit auch die Maultierzucht der Gegend einen bedeutenden Aufschwung nahm. Bewirkt wurde das durch Hengste, die holländische und flämische Kolonisten aus ihrer Heimat mitbrachten. Die Kolonisten waren ins Land geholt worden, um die Marschen einzudeichen und trockenzulegen. Die Anpaarung an den einheimischen Landschlag führten zur Ausbildung des Poitevin, der in Verbindung mit dem Poitou-Esel ein wesentlich größeres und stärkeres Maultier lieferte als alle anderen derartigen Kreuzungen.
So kam es über Jahrhunderte zu einer Hochblüte der Maultierzucht im Poitou. Ab 19. Jahrhundert kam ein gewisser Niedergang als in den Abnehmerländern Maultierzuchten entstanden die qualitativ besser waren. Dem entgegenzuwirken, führte Eugène Gayot, der große Reformator der französischen Pferdezucht, bei seinem Amtsantritt 1847 als Inspektor der französischen Gestütsverwaltung, eine Anzahl von Boulonnais- und Percheron Hengsten in die Poitou-Zucht ein, die eine bedeutende Qualitätsverbesserung brachten. Das Stud Book Mulassier wurde 1887 eingerichtet. Es enthält je eine Sektion für die Poitevins und die Poitou-Esel.
Heute wird die Zucht vor allem im Einzugsgebiet der nationalen Hengstdepots von Saintes und La Roche sur Yon gezüchtet. Insgesamt gibt es noch etwa 20 Mulassier-Hengste und etwa 300 Stuten.

Beschreibung

  • Kopf:
    schwer, grob, lang; ramsnasiges Profil; tiefliegenden, kleinen Augen mit schweren Lidern halb bedeckt; lange und dicke Ohren; große Maul mit weiche, hängende Lippen
  • Exterieur:
    -Hals, kurz und gerade mit starken Ganaschen
    -Schulter, steil und kurz
    -Rücken, lang und weich
    -Kruppe, mächtig, hüftig, und extrem abgeschlagen, gespalten mit tiefem Schweifansatz
    -starkknochige Fundament mit gute Bemuskelung
    -Hufe, gewaltig, rund und platt
    -Behang und Langhaar reichlich ausgebildet, von grober Struktur
  • Stockmaß:
    liegt bei 165 cm, teils auch darüber
  • Farbe:
    man trifft Füchse und Braune, Rappen, Falben und Schimmel
  • Interieur:
    ruhiges, fast träges, phlegmatisches Temperament und gutmütiger, umgänglicher Charakter
  • Einsatz:
    die Anpaarung der Poitevin-Stute (Race Mulassière - Kaltblut des Poitou) mit dem Poitou-Esel ergibt das Poitou-Maultier. Die französische Gestütsverwaltung bemüht sich zusammen mit den privaten Züchtern, die Zucht und Aufzucht von Maultieren, vor allem im Naturschutzgebiet des Poitou zu beleben. In den USA finden im Lande auf der Poitou-Grundlage gezüchtete Maultiere heute Verwendung bei Rodeo-Veranstaltungen, für die vierspännigen Planwagenrennen und für Trail Rides.
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