Orlow-Traber
Geburtsland
Europäisches Russland
Ursprünge der Rasse
Er wird in Russland bereits seit gut 200 Jahren gezüchtet. Sein Name geht auf den Fürsten Orlow (1737-1809) zurück, einen der engsten Vertrauten von Zarin Katharina der Großen, der sich in seinem gleichnamigen Gestüt intensiv der Pferdezucht widmete. Im Jahre 1775, erwarb Orlow auf den grieschischen Halbinsel Morea den Arabischen Silberschimmelhengst Smétanka.
Der Hengst hinterließ aus seiner einzigen Decksaison unter anderem ein Hengstfohlen, Polkan I, aus der Paarung mit einer mausfalben Dänischen Stute, aus dem Gestüt Fredriksborg. Später führte Der Graf ihm eine Friesische Harddraver-Stute zu. Das Produkt dieser Kombinationskreuzung war der geborene Schimmelhengst Bars I.
Bars I wurde der Stammvater aller Orlow-Traber. Er wurde 17 Jahre lang als Hauptschäler im Gestüt Chrenowo verwendet.
Nach dem Tod des Grafen verwaltete der Leibeigene W.J. Schischkin Chrenowo. Er achtete streng darauf, daß die Blutauffrischung ausschießlich über die weibliche Linie erfolgte. Aus einer der Friesischen Stuten stammte der Hengst Ljubimec, dessen Sohn Warwar große Bedeutung für die weitere Entwicklung und Festigung der Orlow-Rasse hatte.
Die Zucht in Chrenowo verlor, nach dem Fortgang Schischkins an Qualität und blühte erst wieder auf, als die russische Regierung das Gestüt 1845 erwarb. In Moskau waren 1799 die ersten öffentlichen Trabrennen veranstaltet worden, 1834 wurde die Moskauer Trabrenngesellschaft gegründet.
Als im 19.Jahrhundert die allmählich sich bessernden Verkehrsverhältnisse den Handel mit Rußland aufblühen ließen, kamen auch die ersten russischen Schnelltraber Orlowscher Abstammung in den Westen. Die ersten in Westeuropa abgehaltenen regulären Trabrennen wurden vollkommen von den Orlow-Trabern beherrscht. Aber mit ihrer Dominanz war es jedoch mit den Standardbred-Importen aus Amerika bald vorbei. Sie überflügelten die Orlow-Traber nur allzu schnell und waren relativ billig zu haben. Deswegen kam es auf dem Sektor des Rennsports in der Zeit zwischen 1900 und 1914 zu einem gewissen Einbruch für die Orlow-Zucht.
Aufgrund der ersten Weltkriegs und der russischen Oktoberrevolution kam es zunächst zu einem katastrophalen Niedergang der gesamten russischen Pferdezucht und damit auch der des Orlow-Trabers. Nach der Konstituierung der Sowjetunion setzte ein sorgfältiger, planmäßiger Wiederaufbau der Orlow-Zucht und des rennbetriebes durch massive Anstrengungen der Regierung ein.
Heute unterscheidet man zehn genealogische Linien der Orlow-Zucht. Sie alle gehen auf en Gründerhengst Bars I zurück. Der Orlow-Traber ist ein beliebter Exportartikel wegen seiner Schönheit und seinen Kutschpferdeigenschaften. Er spielt eine gewisse Rolle im international wettkampfmäßig betriebenen Fahrsport vor allem Westeuropas.
Beschreibung
- Kopf:
klein mit breiter Stirn; kleinen, sehr beweglichen Ohren und großen, freundlichen Augen - Exterieur:
-lange, hoch getragene Hals-schräge Schulter
-mittelmäßig ausgeprägte Widerrist
-eher schmale Brust
-lange und feste Rücken
-kräftige Kruppe
-sehr lange Beine - Taille:
zwischen 158 und 165 cm - Farbe:
am häufigsten kommen Schimmel, dann Braune und rappen. Füchse und andere Farbe sind selten - Interieur: er zeichnet sich durch sein Intelligenz, lebhaftes Temperament und vorzüglichen Charakter
- Einsatz:
er ist ein glänzenden Zugpferd und absolut ehrlich im Geschirr, wodurch er sich nicht nur als hervorragendes Rennpferd sondern als elegantes Kutschpferd, für die nationalen Troika- und Tatschanka-Anspannungen sowie für alle landwirtschaftlichen und Transportarbeiten eignet. Sehr verbreitet ist sein Einsatz zur Verbesserung bodenständiger lokaler Rassen, sowie zur Schaffung neuer, überregionaler Rassen.
