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Österreichisches Warmblut

Geburtsland
Österreich

Ursprünge der Rasse
Bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie war Österreich-Ungarn nach dem zaristischen Rußlands eines der größten Pferdezuchtländer Europas. Das deutschsprachige Österreich war eigentlich niemals ein „natürliches" Warmblutzuchtgebiet mit bodenständiger Landeszucht. Die autochthone Rasse des Landes war der kaltblütige Noriker und bis 1780 konnten die österreichischen Gestüte den großen militärischen Bedarf an leichten und mittelschweren Pferde nicht befriedigen. Eine österreichische Landespferdezucht, die diesem Mangel abhelfen sollte fing an.
Ab Mitte de 19. Jahrhunderts bemühte man sich, durch Vergabe von Zuchtprämien die Zucht zu stimulieren. Ab 1869 war das „Staatshengstdepot Stadl" zuständig für die Versorgung der Provinzen Ober- und Niederösterreich, Salzburg, Tirol, und Vorarlberg. Dort standen 1891, Kaltblütern, Vollblut- und englische Halbblut-Hengste, Norfolk Trotter, Anglo-Normänner und orientalische Halbblut-Hengste. Nach dem Ersten Weltkrieg, nachdem das Hengstenstallamt dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstellt worden war, diente es neben der Noriker-Zucht hauptsächlich der eines Schweres Warmblutpferdes auf Oldenburger Grundlage.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der fortschreitenden Motorisierung gingen in Österreich wie überall in Westeuropa die Pferdezahl stark zurück. Trotzdem entwickelte sich seit Ende der 50er Jahre der Trend zu einem warmblütigen Sport- und Freizeitpferd.
Hofrat Dr. Heinrich Lehrner, der Direktor des Österreichischen Bundesgestüts Piber ist der Initiator der „Arbeitsgemeinschaft für Warmblutzucht in Österreich"(AWÖ), der in 1964 gegründet worden ist. Mit der Stationierung des Hannoverschen Spitzenspringvererbers, Ferdinand hatte er die Erzielung eines etwas einfacheren Temperaments, höherer Leistungsbereitschaft und die Verbesserung der Anlagen für den modernen Turniersport in der auf den alten k.u.k.-Halbblutrassen aufbauenden Piberer Stutenherde bezweckt. Damit hatte er bahnbrechend gewirkt und den Import zahlreicher weiterer, zunächst vor allem Hannoveraner und Trakehner-Hengste eingeleitet. Der praktische Sinn der Gründung der AWÖ war die Koordinierung der zum Teil beträchtlich voneinander abweichenden Landestierschutzgesetze. 1970 einigte man sich auf bundeseinheitliche Abstammungsnachweise und Brände. 1981 erhielten alle in Österreich registrierten Turnierpferde lebensnummern durch den „Bundesfachverband für Reiten und Fahren". Seit 1985 gibt es Bundeschampionate für Reit- und Springpferde sowie Stuten. 1986 wurde die Hengstleistungsprüfung dem Adelheidsdorfer „100-Tage-Test" angeglichen.
Inzwischen finden sich im Österreichischen Warmblut sämtliche europäische Top-Hengst-Linien vertreten. Die staatliche Hengsthaltung ist 1997 zu Ende gegangen, so daß seither nur noch eine private Hengsthaltung besteht.

Beschreibung
Das Österreichische Warmblut verkörpert mehr oder weniger das in den meisten europäischen Warmblutzuchten angestrebte, vielseitig, verwendbare Reit-und Sportpferd.

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