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Normänner Cob

Geburtsland
Frankreich

Ursprünge der Rasse
Das angestammte Zuchtgebiet des Cob Normand ist, die Normandie an der Westküste Frankreichs, genauer die Halbinsel Cotentin.
Die alte Rasse hat ihre Wurzeln im frühen Mittelalter. Seit den Kreuzzügen fand eine Aufwärtsentwicklung der Zucht statt, die bis 1643 währte. Im 17. Jahrhundert kam es in den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen zu starken Aderlässen der Normänner-Zucht, die im 18.Jahrhundert den umfangreichen Import ausländischen Zuchtmaterials notwendig machten. Dabei spielten vor allem Holsteiner-Hengste eine wichtige Rolle. Unter Ludwig XVI fand erstmals eine Reform des Gestütswesens der Normandie durch den Prinzen de Lambesc statt. Er führte die ersten Vollblut-Hengste aus England ein. Aber während der Revolution und der Kriege Napoleons I. Wurde der eingeleitete Aufschwung jäh unterbrochen und die alte Rasse fast völlig vernichtet.
Mit dem Beginn der Restauration wurde ein systematischer Aufbau der Zucht in Angriff genommen mit Hilfe von Vollblut- und Norfolk Trotter-Hengsten aus England.
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts kam es allmählich zu einer Differenzierung der verschiedenen Gebrauchstypen der nun Anglo-Normänner genannten Rasse. Um 1900 unterschieden die Züchter in der Normandie unter den Normänner-Hengsten solche, die der Zucht von Militärremonten und Luxusreit- und -fahrpferden dienten, und solche, die für die Erzeugung von landwirtschaftlichen Arbeitspferden verwendet wurden. Den letztgenannten kupierte man die Schweife und bezeichnete sie als obs. Erst 1959 wurde eine klare gestütbuchmäßige Trennung von Cob Normand und Selle Francais Normänner Zucht vorgenommen.
Noch bis in die 60er Jahre schien der Cob unverzichtbar für die Landwirtschaft. Doch dann setzte die ausbreitende Motorisierung seiner Tätigkeit ein Ende. Auch seine Rolle als Verbesserer anderer Zuchten, wie der Oldenburger, Württemberger, Badischen oder Pfälzer Zucht, auf die er im vorigen jahrhundert großen Einfluß gewinnen konnte, war ausgespielt. Diese hat der ihm stammverwandte Selle Francais Normänner Zucht übernommen.
Die Gestütbuchführung liegt in staatlicher Hand. Die Versorgung mit Deckhengsten geschieht hauptsächlich durch die Haras Nationaux.

Beschreibung

  • Kopf:
    recht grob, oft mit geramsten Profil; kleine Augen; lange Ohren
  • Exterieur:
    -starke Ganaschen
    -Hals, lang, hoch aufgesetzt, stark
    -Schulter, relativ steil gelagert
    -Widerrist, nicht sehr ausgeprägt
    -Rücken, kurz und stark
    -Kruppe, breit, muskulös, abschüssig
    -kurze Gliedmaßen
    -kurze Fesselung
    -Hufe, breit und rund-gut getragene Schweif, bis heute sehr kurz kupiert
  • Stockmaß:
    160 bis 170 cm
  • Farbe:
    in der Regel braun, gelegentlich kommen Rappen oder Füchse, häufig mit weißen Abzeichen am Kopf und Gliedmaßen
  • Interieur:
    energisch, temperamentvoll, ausgeglichen, lebhaft
  • Einsatz:
    zum allergrößten Teil trägt die Co-Zucht heute zur Schlachtpferdeproducktion bei. Dennoch zeichnet sich für den Cob ein „Silberstreif" am Horizont ab. Traditionell sind sie sehr gute Kutschpferde mit einem Chic, der bei Kaltblutpferden nicht alltäglich ist. Außerdem sind sie zuverlässige Reitpferde und als Gewichtsträger auch für schwere Erwachsene geeignet. Im National gestüt weist man außerdem mit Stolz darauf hin, daß manch Cob Normand über beachtliches Springvermögen verfügt...Glücklicherweise ist auch in Frankreich einiges in Bewegung geraten. Wie in Deutschland wächst auch das Interesse an den Kaltblutpferden ständig. Mehr und mehr Hobbyfahrer spannen wieder schwere Pferde an. Wettkämpfe sind noch selten; Aber die Tendenz ist steigend. Und nicht nur das, vor allem im waldreichen Westen Frankreichs werden in den letzten Jahren in wachsendem Umfang wieder Pferde zum Holzrücken eingesetzt. All das wirkt sich auch auf die schweren Pferde des Cotentin aus.
1 Beitrag
07/01/2008, 18:01
Hallo,
ich besitze und züchte Cob Normands,habe den einzigen gekörten- und leistungsgeprüften Hengst weltweit außerhalb Frankreichs.Es sind gute Pferde,zu allem zu gebrauchen,leider bei uns in Deutschland nicht sehr bekannt.Das Portrait hier über diese Pferde ist sehr gut,besser kann man diese Pferde nicht beschreiben.Das kupieren ist in Frankreich schon einige Jahre verboten,deshalb haben die jüngeren Jahrgänge (ab 1995)lange Schweife.Es gibt immer weniger Staatshengste,dafür nimmt die Zahl der Privatbeschäler zu.Die leichteren Typen kommen unseren schweren Warmblütern sehr nahe,es wären vielleicht die geeigneten Pferde um neues Blut in die Zucht des schweren Warmblutes zu bringen.
Grüße aus dem Hessenland,
Hartmut Schütz aus Oberkleen
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