Noriker
Geburtsland
Österreich
Ursprünge der Rasse
Der Noriker kommt aus Österreich und wird hier bereits seit rund 2000 Jahren gezüchtet. Damit gehört er zu den ältesten heute noch existierenden Pferderassen. Sein Name kommt aus dem Lateinischen und ist von der römischen Provinz Noricum abgeleitet. Bereits die Römer schätzten den starken Noriker, den sie als Arbeits- und als Kriegspferd einsetzten. In der Region Pinzgau, südwestlich von Salzburg, wurde 1565 ein erstes Stutbuch zur Zuchtkontrolle angelegt. Im Volksmund wird der Noriker deshalb auch Pinzgauer genannt.
Seit der Renaissance bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts erfolgte wiederholt eine Einkreuzung von Fremdblut: Spanier, Neapolitaner, Kladruber, Clydesdale, Belgier...
Heute wird in den verschiedenen Zuchtregionen auf unterschiedliche Merkmale Wert gelegt.
In Österreich findet man den Noriker hauptsächlich im Pinzgau, in den Talschaften der Salzach bis Lend und der Saalach bis zum Steinpaß mit dem Zeller See. Die Stuten sind meist in bäuerlicher Hand, während die Hengsthaltung zwischen dem staatlichen österreichischen Bundeshengstenstallamt in Stadl-Paura und der privaten Hengsthaltung geteilt war. 1997 wurde Stadl privatisiert. Die Betreuung der Zucht erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft Norischer Pferdezüchter in Maishofen an der Saalach.
In Deutschland wird der Noriker unter der Bezeichnung „Süddeutsches Kaltblut" in Bayern und Baden Württemberg gezüchtet. Die Stutenhaltung ist ren bäuerlich, vom bayerischen Hauptgestüt Schwaigangen abgesehen. Die Bereitstellung der Hengste ist größtenteils staatlich organisiert.
Beschreibung
- Kopf:
recht derb, langgestreckt, oft schwer und fleischig, meist mit ausgeprägter Ramsnase; kleine Augen, mit gutmütigen Ausdruck; kurze Ohren - Exterieur:
-kurze Hals
-breite und muskulöse Brust
-gepackte Schulter steil gelagert
-breite, muskulöse und niedrige Widerrist
- tief gespaltene, lange, breite, abgeschlagene Kruppe
-kurze und starke Gliedmaßen
-kurze Fesselung
-unverwüstlichen Hufen - Stockmaß:
155 bis 170 cm - Farbe:
sie sind meist braun oder Fuchsfarben, es treten aber auch Tigerschecken, Plattenschecken und Mohrenköpfe auf, die in manchen Gegenden mittlerweile bevorzugt gezüchtet werden - Interieur:
fromm, gutmütig, ruhig, 100% zugfest und ehrlich - Einsatz:
der Nutzung des Norikers sind nach der vollzogenen Motorisierung der Landwirtschaft und Wirtschaft nur noch Nischen geblieben. Der Einsatz in der Forstwirtschaft verzeichnet eine leichte Zunahme, da sich die Erkenntnis durchsetzen beginnt, dass die Forstarbeit mit Pferden wesentlich shonender für den Wald ist als der Einsatz schwerer Maschinen. In verschiedenen Bundesländern werden Zuchüsse für die Anschaffung von Rückepferden vergeben. Eine steigende Zahl von Freunden erwirbt sich der Noriker im Bereich des Freizeitreitens und -fahrens. Seine Verbreitung als problemloses Freizeit-Fahrpferd, vor allem bei Hobbyfahrern ist groß. Eine andere Domäne, wo der Noriker häufiger eingesetzt wird, ist der Tourismus. In den Kurorten und Naturschutzgebieten arbeitet er als Kutsch- und Schlittenpferd und vor dem Planwagen. Auffälig gezeichnete Noriker finden seit jeher Verwendung im Zirkus, in Brauereigespannen und andere Gespannen für Werbezwecke. Mittlerweile hat allerdings auch die Schlachtfohlenproduktion gewonnen.
