Kinsky-Pferd
Geburtsland
Tschechien
Ursprünge der Rasse
Das Kinsky-Pferd oder Chlumetzer wird auch als der „Böhmische Hunter" bezeichnet. Die Chlumetzer Isabell- und Falbzucht verdankt ihre Enstehung möglicherweise eine Laune der Natur und auf jeden Fall der exzentrischen Grafen Oktavián Josef Kinsky (1813-1896) auf Schloß Karlskrone bei Chlumec. Er war ein großer Pferdeliebhaber und -züchter. Ab 1832 begann er, sein Traditionsgestüt Spanischer Falben und Isabellen auszubauen. Als erster österreichischer Pferdezüchter importierte er 1835 einige Vollblut-Stuten und den Hengst Whisker xx. 1836 ließ er aus England die erste Foxhound-Meute samt Jagdequipage kommen und begann, regelmäßig große Parforcejagden zu veranstalten.
1839 wurde Kinsky ein isabellfarbenes Stutfohlen aus der Vollblut-Stute Themby I geboren, das angeblich von Whisker xx stammen sollte. Der Jockeyclub verweigerte die Eintragung mit der Begründung, daß es bisher noch niemals ein Vollblutpferd mit dieser Farbe gegeben habe. Diese Weigerung brachte Graf Kinsky dazu sein eigenes Gestütbuch zu gründen.
In Wirklichkeit, war tatsächlich der Vater der später unter dem Namen Themby II als Jagdpferd und Steepler bekanntgewordenen Isabellstute wohl ein Hengst Spanisch-Neapolitanischer Rasse aus dem benachbarten Fideikomißgestüt Ostrov, der die Stute Themby I unbemerkt auf der Weide gedeckt hatte.
Später brachte Themby II mit dem Vollblut-Hengst Prince Djalma den Isabellhengst Caesar, goldfarben mit weißem Langhhaar, den späteren Stammvater der Kinskyschen Zucht in Chlumetz.
Auf dem Gelände von Lucice bei Chlumec veranstalte Oktavián Kinsky das erste Hindernisrennen für Herrenreiter in Böhmen.
Graf Kinsky löste seine eigene Meute auf und wurde, wie viele seine Standesgenossen und Nachbarn, Mitglied einer Subskriptionsgesellschaft, die in Pardubitz eine gemeinsame Meute hielt. Von den Jagden im Pardubitzer Gelände zu Hindernissrennen war es nur ein kleiner Schritt. So war Oktavián Kinsky unter denjenigen, die 1875 die „Große Pardubitzer" aus den Taufe hoben.
Nach dem Tode des Grafen fiel das Majorat mitsamt dem Gestüt an seinen Neffen Zdenko Radslav Kinsky, der die berühmte Zucht erfolgreich fortsetzte und zahlreiche Pardubitzsieger and andere erfolgreiche Steepler züchtete.
Nach der Enteignung von Chlumetz 1948 und der Emigration des Grafen elebte die Kinskysche Zucht in den 50/60er Jahren unter dem kommunistischen Regime eine schwere Zeit. Sie wurde praktisch aufgelöst. Glücklicherweise wurde durch ein paar Enthusiasten eine kleine Genreserve gerettet.
Seit 1986 hat man sich von dem nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gewünschten mehr warmblütigen Typ abgewandt und strebt mit Hilfe ausgesuchter Vollblut- und Trakehner-Hengste nach dem alten Vorbild wieder den „Böhmischen Hunter" in der Isabell- oder Falbjacke an. In Lipa wurde zu diesem Zweck und zur Farbkonsolidierung auch ein Achal-Tekkiner eingeführt.
Die Zuchtgebiete liegen in Tschechien und Nordost-Böhmen: die Gestüte Ostrov bei Chlumetz an der Cidlina und Lipa.
Beschreibung
- Kopf:
edel mit viel Ausdruck - Exterieur:
-Hals, gut angesetzt und getragen
-ausgeprägte Widerrist
-lange, schräg gelagerte Galoppierschulter verraten den hohen Vollblutanteil
-elastische Rücken
-Kruppe, lang, gut bemuskelt
-Gliedmaßen, hart, korrekt mit trockenen, deutlich markierten Sehnen und Gelenke und eine elastische Fesselung - Stockmaß:
etwa 164 cm - Farbe:
die angestrebten Farben sind Isabell und Falb. Jedoch neigt die Rasse zum Verblassen, wodurch Cremellos oder Albinos mit blauen Augen auftreten. Weiße Abzeichen an Kopf und Gliedmaßen sind häufig. - Temperament:
sie gelten als temperamentvoll, zuverlässig und umgänglich - Einsatz:
das Kinsky-Pferd errang seine größten Erfolge auf der Jagdrennbahn und daneben fand es Verwendung als Jagd- und Offiziersreitpferd. Heute ist es ein seltenes, jedoch gesuchtes edles Reit- und Sportpferd mit einer sehr aparten Farbe.

Herkunft Gestüt Chlumec in Böhmen (Tschechische Republik)
Stockmaß zwischen 160 und 175 cm
Charakter leistungsstark, willig, lebhaft, freundlich, sehr schnell
Verwendung Reit-, Spring- und Rennpferd Besonderheiten Flache,
raumgreifende Aktion in den Grundgangarten, beachtliche Springanlagen
Beschreibung
Nobler Halbblüter mit mehr oder weniger Vollblut. Trockener,
edler Kopf mit freundlichem Ausdruck und geradem Profil.
Schön geschwungener und aufgesetzter Hals von genügender Länge.
Günstige Schulter und markierter Rist. Brustkorb ausreichend tief und breit.
Kompaktes Mittelstück, kräftige Nierenpartie und gut bemuskelte,
leicht abgeschrägte Kruppe mit tiefem Schweifansatz.
Stabiles Fundament mit trockenen Gelenken, dunklen Hufen und guter Knochenstärke.
Ausschließlich Hellfalben oder Isabellen mit wenigen Abzeichen, goldglänzendes Fell.
1838 brachte im Gestüt Ostrov bei Chlumec die Stute Themby XX mit dem
Vollblüter Whistler ein isabellfarbenes Stutfohlen, das den Namen Themby II erhielt.
Da es aufgrund seiner Farbe nicht ins General Stud Book eingetragen wurde,
legte der Besitzer, Graf Kinsky, ein eigenes Stutbuch an. Wiederum von einem
Vollblüter gedeckt, brachte die Stute den Begründerhengst der Rasse,
den Isabellen Caesar. Die Zucht blühte unter diversen Vertretern des Geschlechts
der Kinsky und brachte viele hervorragende Sport- und Rennpferde hervor. Erst nach dem 2.
Weltkrieg wäre sie beinahe den Erneuerungsbestrebungen erlegen.
Seit 1967 steht eine wiedervereinigte Herde in Chlumec,
wo man unter vorsichtiger Verwendung von farbgleichen Veredlerhengsten
den Typ zu erhalten versucht.
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Susanne Leuchter
info@susanne-leuchter.com