Kalmücken-Pferd
Geburtsland
Europäisches Russland
Ursprünge der Rasse
Diese Pferde haben, wie die Kirgisische, ihren Namen von dem Völkerstamme, der sie gezüchtet und aus den östlichen Gegenden Hochasiens mitgebracht hat. Im Anfange des 17.Jahrhunderts brachen die Kalmuken aus der Dsungarei auf, um sich neue Weideplätze zu suchen. Ein Teil wandte sich gegen Süden..., während ein anderer gegen Westen vordrang. Die größere Partie dieser letzteren gelangte endlich 1630 zwischen Wolga und Jaiva, wo sie sich niederließ.
Bis zum Jahre 1771 waren die Kalmukischen Herden außerordentlich zahlreich und lieferten den mittleren Gubernien Rußlands eine Menge von Pferden... Dieser Handel begann indessen in dem Maße abzunehmen, als die Zahl der Pferde, in Folge einer Reihe von strengen Wintern, welche die Herden dezimierten, abnahm.
Später erholte sich jedoch die Pferdezucht und hielt weiter bis zum Ersten Weltkrieg an. Dann wurde der Absatz der Kalmücken-Pferde auf dem Markt heftig bedrängt durch die Konkurrenz der Don- und Budjonny-Pferde. So kam es zu einem scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der einstmals Hunderttausende zählenden Kalmücken-Rasse.
1986 wurde von Studenten der Fakultät für Tierzucht der Universität von Elista eine Expedition unternommen, um die noch vorhandenen Reste an typtreuen Pferden der alten Kalmücken-Rasse aufzuspüren. Man fand die besten, typreinsten Pferde in den östlichen Landesteilen, wo die Zucht sich von fremden Einflüssen freigehalten hatte.
Diese Pferde wurden auf vier Zuchtbetriebe verteilt, in denen versucht versucht werden sollte, das Kalmücken-Pferd in seiner ursprünglichen Form zu erhalten und seine Zahl zu vermehren, um es so vor dem Aussterben zu retten.
Beschreibung
- Kopf:
Grob, unedler, mit geramstem Profil und kleinen Augen - Exterieur:
Im Exterieur steht das Kalmücken-Pferd dem Kirgisen nahe.
-Hals, kurz und recht gerade, tief angesetzt, mit deutlicher Tendenz zum Unterhals
-Schulter, steil gelagert
-Widerrist, nur wenig markiert
-Rücken, stramm, nicht besonders lang
-Kruppe, mächtig, breit, lang, kräftig bemuskelt, stark abschüssig mit tiefem Schweifansatz
-Fundament, außerordentlich trocken und hart, mit gut entwickelten Gelenken und starken Sehnen
-Überragende Hufqualität.
Die Haut des Kalmücken-Pferdes ist dick. Unter günstigen Futterbedingungen bildet sich im Unterhautbindegewebe ein kräftiges Fettpolster. Im Winter entwickelt der Kalmück ein dichtes Haarkleid mit dicker, fettiger Unterwolle als Schutz gegen Kälte und Nässe. - Stockmaß:
146-152 cm - Farbe:
Braun in verschiedenen Abtönungen und eine Art Lehmfuchs - Interieur:
Ihre Härte und robuste Konstitution ermöglicht ihr ein Überleben in extremer Hitze oder Kälte. Das Kalmücken-Pferd ist sehr spätreif und erst mit sechs Jahren ausgewachsen: dafür ist es langlebig und weit über 20 Jahre noch leistungsfähig. Ihr Charakter ist von Natur etwas wild und scheu; sie gewöhnen sich indessen doch schnell an den Menschen. - Einsatz:
Die Stuten produzieren reichlich Milch, die von den Nomaden für die Kumysbereitung genutzt wird; ebenso stellen das Fleisch und die Haut wertvolle Ressourcen für sie dar.
