Italienisches Kaltblut
Geburtsland
Italien
Ursprünge der Rasse
Der Cavallo Agricolo da Tiro Pesante Rapido (CAIPR) ist die einzige Kaltblutrasse Italiens. In den fruchtbaren Flußtälern des Po war schon immer ein etwas schweres Pferd heimisch, das im 19. Jahrhundert zunächst mit Norfolk Trottern, Orientalischem Halbblut und Vollblut veredelt wurde wobei das nach der italienischen Einigung 1861 errichtete Hengstdepot bei Ferrara die entscheidende Rolle spielte und unterstand dem Kriegsministerium, wo man vor allem die Produktion von Remonten für die Armee im Auge hatte.
Jedoch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde der Ruf nach einem schweren landwirtschaftlichen Arbeitspferd immer lauter. Folgerichtig begann man um die Jahrhundertwende mittels Verdrängungskreuzungen mit französischen und belgischen Kaltblutrassen einen schweren Arbeitsschlag zu schaffen. Anfänglich setzte man dafür verschiedene Rassen wie Boulonnais, Ardenner, Brabanter, und Bretonen aber es stellte sich bald heraus, dass der Postier-Breton am besten für die italienische Verhältnisse geeignet war. Dadurch eignete sich das neuentstandene Italienische Kaltblutpferd nicht nur für die landwirtschaftliche Arbeit, sondern auch für den Gütertransport auf der Straße und als Artillerie-Stangenpferd.
Während des Ersten Weltkrieges erlitt die Pferdezucht erhebliche Schaden, so daß man sie nach dem Krieg wieder völlig neu aufbauen mußte, auf der Basis von der schon eingesetzten Bretonische Zuchtmaterial, mit dem man bereits vorher beste Erfahrungen gemacht hatte. Es bewährte sich erneut und trug zu einer raschen Konsolidierung der Zucht bei.
Das offizielle Gestütbuch wurde 1926 begründet. Neben der Bedeutug als Zugkraft wurden Italo-Breton-Stuten auch zur Erzeugung großer, schwerer Maultiere verwendet, für die Armee.
Bis in die 60er Jahre stellte das Italienische Kaltblut ein sehr populäres Zugpferd dar. Doch mit der Motorisierung kam der Niedergang und das Pferd verschwand zuerst aus dem Militärdienst und auch von den Äckern.
Daher begann die Zuchtleitung in den 70er Jahren die Eigenschaften der Rasse zu entwickeln, die sie besonders für die Fleischproduktion prädestinierten, und so ist das heutige Zuchtziel weitgehend auf die Schlachtfohlenproduktion ausgerichtet.
Die Rasse wird im nördlichen Italien, in den Flußtälern des Po und des Adige sowie in der Lombardie gezüchtet. Der Zuchtverband „Associazione Nazionale Allevatori del Cavallo Agricolo Italiano da Tiro Pesante Rapido" hat seinen Sitz in Verona.
Beschreibung
- Kopf:
relativ klein, mit geradem Profil mit breiter Stirn, lebhaften, intelligenten Augen, kurzer Ohren, weiten Nüstern - Exterieur:
-Hals, gut aufgesetzt und muskulös doch meist recht kurz
-Schulter, gut gelagert
-Brust, breit und muskulös
-Körper, kurz, geschlossen
-Rücken, kräftig
-Kruppe, rund, muskulös, abschüssig
-Gliedmaßen, kräftig, korrekt
-Hufe, mittelgroß, rund und von vorzüglicher Hornbeschaffenheit
-Mähnen und Schweifhaar kräftig ausgebildet - Stockmaß:
zwischen 148 und 162 cm - Farbe:
Dunkelfuchs mit häufig blondem Langhaar, auch Füchse und Braune, gelegentlich stichelhaarige Pferde sowie Rotschimmel. - Interieur:
robust, genügsam, arbeitswillig, energisch, von freundlichem Charakter und ruhigem Temperament - Einsatz:
heute wird es leider fast ausschließlich für die Schlachtfohlenerzeugung genutzt.
