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Hessisches Warmblut

Geburtsland
Deutschland

Ursprünge der Rasse
Im 18.Jahrhundert wurde das Gestüt Dillenburg als Hessisch-Nassauisches Hofgestüt eingerichtet. Hier wurden zunächst schwere Arbeitspferde mit Oldenburger- und Ostfriesen-Anteilen, die so genannten „Dillenburger Ramsnasen" gezüchtet.
Zu beginn der Umstellung auf ein vielseitig verwendbares, modernes Reitpferd verfügte 1960 das Landgestüt Dillenburg, in das bei seiner Auflösung 1958 auch der Bestand des Landgestüts Darmstadt eingegliedert worden war, über 76 typmäßig sehr einheitliche Hengste Oldenburger Blutführung sowie als Veredler über den Trakehner Kosmos und den Vollblüter Admiral. Von 1950 bis 1970 ging der Bestand in Hessen um ca. 80% zurück. Eine der Hauptursachen dafür war die Abwanderung von etwa Dreiviertel der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung in die aufstrebenden Industrieregionen Südhessens und es gab einfach nicht mehr genügend Leute, die mit Pferde arbeiteten konnten und/oder wollten.
Daß es in Hessen überhaupt noch bzw. teilweise wieder Pferdezucht gibt, ist allein dem bald nach dem Krieg wieder erwachenden, sich ständig ausweitenden Turniersport zu danken. Da die noch vorhandenen Pferde in ihrer Mehrzahl sportlichen Zwecken nicht genügten, entschlossen sich die hessischen Züchter, wie überall im westlichen Europa, zu einer Veredlung ihrer Pferde. In Kur-Hessen entschied man sich zu einer engen Anlehnung an den erfolgreichen nördlichen Nachbarn Hannover, teils auch Westfalen. In Hessen-Nassau dagegen verlangten die Südhessischen Züchter zur schnelleren Erreichung des angestrebten Zuchtziels den Einsatz von Trakehner-Blut.
Großes Verdienst in dieser ersten Phase der Veredlung erwarb sich das Landgestüt Dillenburg, damals nahezu alleiniger Hengsthalter in Hessen. Wichtigste Hengste in dieser Zeit der Umstellung waren die Hannoveraner Lötse, Lützow und Senior, der Westfale Ratsherr, die Ostpreußen Thor und Mandant und die Vollblüter Adonis und Usurpator.
1972 bekam die hessische Pferdezucht einen neuen Impuls durch die Gründung eines gemeinsamen „Verbandes Hessischer Pferdezüchter". Diese Züchtervereinigung in Kassel betreut neben der Abteilung „Deutsches Reitpferd" auch die Gruppe „Sonstige Reitpferde", in der eine Reihe exotischer Rassen zusammengefasst ist. Heute liegt die Hengsthaltung zum einen im Landgestüt Dillenburg, zum anderen in der Hand der Privathengsthaltung.
Seit einigen Jahren veranstaltet der Hessische Zuchtverband in seinem Ausbildungs- und Vermarktungszentrum Alsfeld seine jährlichen Eliteauktionen.

Beschreibung

  • Exterieur:
    -lange Hals
    -gute Sattellage
    -kräftige Rücken
    -leicht abfallende Kruppe
  • Größe:
    160 bis 170 cm
  • Farbe:
    meist Braune, Schimmel, Rappen oder Füchse
  • Temperament:
    intelligente, sensible, gutartige
  • Einsatz:
    ebenso wie die Warmblutpferde der anderen deutschen Nachzuchtgebiete müssen die ehemals eigenständigen Zuchten Kur-Hessens und des Großherzogtums Hessen heute unter den Begriff des „Deutschen Reitpferdes" eingeordnet werden, dessen Typ weitgehend vom Hannoveraner geprägt worden ist. Es gibt nur wenige Pferde, die in den Spitzensport gelangen sind und sich dort auszeichnen konnten. Als das berühmteste Hessische Warmblutpferd gilt die Stute Halla, die bei den Olympischen Spielen 1956 unter H.G. Winkler die Goldmedaille ersprang. Die meisten Pferde dienen ausschließlich dem Freizeitsport ihrer Besitzer oder sind ausschließlich auf kleinen Turnieren eingesetzt.
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