Gidran
Geburtsland
Ungarn
Ursprünge der Rasse
1818, der über Ägypten importierte Siglavi Gidran kam von Lipizza als Leihhengst nach Bálbona, wo er die aus Kopscan stammende, Andalusischblütige Stute 25 Arrogante deckte. Diese wurde tragend nach Mezöhegyes überstellt, wo sie 1820 den Hengst Gidran Senior zur Welt brachte, der dort zum eigentlichen Stammvater der gleichnamigen Zucht wurde.
Im Laufe der Zeit hatte die Gidran-Rasse, obgleich weitgehend auf Orientalischer Blutbasis aufgebaut, viel fremdes Blut aufgenommen, was dazu geführt hatte, daß verschiedentlich der Typ verloren gegangen war. Daher begann man sie ab 1862 mit verschiedenen Vollblut-Hengsten zu kreuzen. Als durch die starken Vollblut-Einkreuzungen der Orientalische Charakter des Gidran stärker verdrängt wurde als beabsichtigt, wurde erneut Arabisches Blut, unter anderem über verschiedene Töchter des Shagya-Stammes, in die Rasse eingeführt, wodurch der heutige Anglo-Arabische Typ entstand.
Seit 1989 befindet sich die reinrassige Gidran-Herde im Gestüt Borodpuszta am Balaton, das 1977 mit Gidran-Stuten aus der Landeszucht durch die nationale Zuchtinspektion neu aufgebaut worden war. Borodpuszta untersteht heute der Regie der landwirtschaftlichen Pannon-Universität Kaposvar.
Betreut wir die Zucht von dem für Kisbéri und Gidran gemeinsamen Zuchtverband "Kisbéri-félvér és Gidrán Lótenyésztö Országos Egyesület" in Budapest.
Nachzuchten finden sich in fast allen Nachfolgestaaten der ehemaligen k.u.k.-Donaumonarchie.
Beschreibung
- Kopf:
trocken und markant, das Profil leicht konkav oder gerade, Ohren kurz und alert, die Augen, groß und ausdruksvoll - Exterieur:
-schön geformte lange Hals
-lange und gut gelagerte Schulter
-eher gerade Kruppe
-tiefe und lange Brust
-korrekte, trockene Gliedmaßen mit gut geformten, kleinen und harten Hufe - Stockmaß:
160 bis 165 cm - Farbe:
stammeigen ist in Ungarn die Fuchsfarbe, in den anderen Staaten gelegentlich auch Hellbraun oder Braun - Interieur:
hart, ausdauernd und genügsam, bei manchmal schwierigem, lebhaftem Temperament - Einsatz:
heute steht der Gidran in den mitteleuropäischen Ländern mehr in einem mittelschweren, warmblütigen, Wagen- und Reittyp. Der mehr oder weniger dem Anglo-Arabischen Typ angehörende Gildran ist vielseitig verwendbar, im Geschirr und unter dem Sattel, beliebt als Jagd-, Gelände-, Dressur- und Freizeitpferd.
