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Finnisches Universal

Geburtsland
Finnland

Urspruenge der Rasse
Das „Finnish Universal" ist die einzige autochthone Pferderasse Finnlands. Das heutige Finnische Pferd geht auf eine fruehe Hauspferdform zurueck, den sogenannten „Klepper", der rund um die Ostsee bodenstaendig war.
Waehrend der schwedischen Herrschaft zwischen 1238 und 1808 erreichte die Pferdezucht Finnlands eine hohe Bluete. Koenig Gustav I. Vasa machte sich um ihre Entwicklung verdient, indem er schwedisches Zuchtmaterial nach Finnland brachte und in Suedwestfinnland verschiedene Gestuete einrichtete. Die Pferde wurden vorzugsweise fuer die Reiterei verwendet.
Im 19. Jahrhundert gab es Bestrebungen, die auf Privatinitiativen zurueckgingen, nach einer Verbesserung und Veredlung der Finnischen Pferdezucht. Man versuchte eine Veredlung mit Orientalen, Vollblut, Orlow-Trabern und Norfolk-Roadstern.
Seit etwa 1960 setzten Bestrebungen ein, einen eigenen, leichteren, mehr den Warmblut angenaeherten Finnischen Pferdetyp fuer den Reitsport herauszuzuechten, wofuer man sich vor allem Schwedischer Warmbluthengste bediente.
Heute unterscheidet man vier verschiedene Typen, die unterschiedlichen Schlaegen, aber eine Rasse angehoeren:
1. einen kleineren, ponyhaften „Klepper"Typ
2. ein schweres kaltbluetiges Zugpferd
3. einen leichten Kaltbluttraber
4. einen vielseitigen Reittyp auf der Grenze von Kaltblut zu Warmblut

Beschreibung

  • Kopf:
    ausdrucksvoll, gelegentlich etwas lang und schwer, mit freundlichen, lebhaften Augen und kurzen, breit angesetzten Ohren; gerade Profil
  • Exterieur:
    -relativ steil gelagerte Schulter
    -maessig ausgepraegter Widerrist
    -breiter, muskuloeser Ruecken
    -breite, abschuessige Kruppe mit tief angesetztem Schweif
    -trockenes, hartes Fundament mit kurzen, kraeftigen Roehren und gut ausgepraegten Gelenke und Sehnen
    -gut geformten, recht grossen, runden Hufe
  • Stockmass:
    ca. 140 bis 163 cm
  • Farbe:
    Fuechse aller Schattierungen mit reich ausgebildetem, flachsblondem Langhaar sind am haeufigsten. Daneben auch, selten, Falben und Mausfalben mit Aalstrich sowie Rappen und Braune.
  • Interieur:
    zuverlaessig, ehrlich, freundlich, bei aller Lebhaftigkeit und Energie doch ruhig und ausgeglichen
  • Einsatz:
    die meisten Finnischen Pferde gehoeren dem Trabertyp an, der seit jeher als der schnellste Kaltbluttraber der Welt gilt.
    An zweiter Stelle, zahlenmaessig, steht der Reitpferdetyp, das sich in seinen besten Exemplaren fuer die verschiedenen reitsportlichen Disziplinen bis zu einem mittleren Level eignet, in der Dressur, im Springen und in Gelaendepruefungen. Sehr populaer sind die Finnischen Pferde des Reittyps fuer Distanzritte, als Familienpferde und als Reitschul- und Therapiepferde. Sie gelten als ausgesprochenen leichtrittig auch fuer den schwaecheren Reiter.
    Der schwerere, kaltbluetige Zugpferd ist seit den fuenfziger Jahren zahlenmaessig sehr zurueckgegangen, ebenso wie der urspruengliche, ponyhafte „Klepper"-Typ. Der nur Ponymass erreichende „Klepper" eignet sich nicht nur als Reitpferd fuer Kinder und Jugendliche, sondern ist aufgrund seiner Staerke einen Erwachsenen zu tragen. Daneben leistet es auch sehr viel im Geschirr.
2 Beiträge
29/01/2007, 08:58
Mit derzeit 19 000 Exemplaren gehört das Finnpferd zu den gefährdeten alten Ursprungsrassen.
Durch die zu bewältigenden Entfernungen wurde in Finnland ein Ausdauerndes, schnelles und genügsames Pferde verlangt, der seinen Besitzer die Verkaufsgüter des Hofes zu den Marktplätzen transportierte, im Winter Holz rückte, im Sommer die Felder bestellte und dem Züchter einen ordentlichen Preis gab, für die Nachkommen, wenn die Armee neue Remonten aufkaufte und der Preis bestimmt wurde über die Qualität: schneller Schritt, schneller Trab, überweltigen der Geländehindernisse, Mauern und Gräben, die Kraft und ausdauer beim ziehen vom Schweren Geschütz, dabei vor allem im Charakter Leistungsbereit und Freundlich, ein 100% Reit -und Fahrpferd für die Armee.
Seit hundert Jahren werden Finnpferde nach diesen kriterien ins Zuchtbuch aufgenommen. Heute werden die Pferde in den Abteilungen Kleinpferd mit Stockmass bis 148, Arbeitspferd, Reitpferd und Trabrennpferd eingetragen, je nach Veranlagung.
Jedoch gibt es viele Pferde die alle Kriterien erfüllen, ausser vielleicht die der Grösse.
Früher war vieles in Norden kleiner als im Süden, die Bäume, Menschen, Häuser und Pferde, da der Boden karg war und die Ernährung entsprechend. Dabei entstanden auch Zuchtlinien, wo die Züchter Wert auf kleine Grösse legten, bei gleicher Leistung, unabhängig der Grösse.
So ist heute bei einem Trabrennpferd der Spitzenklasse eine Grösse in Ponymass nichts besonderes und die Meisterin der Arbeitspferde ist auch kein Riese.
In der Vielseitigkeit, Springen und Dressur spielt die Grösse nicht so eine Grosse Rolle, ein Finnpferd in der Ponygrösse springt 120 da wo es ein anderes Sportpony auch tut.
Die Ausstrahlung in der Dressur hat eine Einladung nach Flyinge,dem Schwedischen Hauptgestüt gebracht, wo der Zweifache Meister der Dressur "Jaime" mit Kirsi Hagner mit riesigem Applaus begleitet wurde.
Für den Wander -und Distanzreiter könnte so ein Pferd sehr interessant sein: Ende der 20er wurden in Finnland Wettbewerbe im Distanzreiten -und fahren veranstaltet. Das erste wurde im März 1927 zwischen Hamina und Wiborg organisiert.
Siegerin über 114 km war die Finnpferdestute Lirppa. Sie brauchte für die morastige Route 5 h 30 min, dh. 2.56 min/km!
Drei Monate später nahm Lirppa an einem Wettkampf über 97 km teil, der den See Vesijärvi umkreiste. Lirppa gewann auch diesen Wettbewerb in einer Zeit von 4h, dieses mal vor einer Kutsche eingespannt also 2.31 min/km.
29/01/2007, 09:05
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