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Dülmener Wildbahn-Pony

Geburtsland
Deutschland

Ursprünge der Rasse
Die Dülmener Rasse stellt eine der wenigen kontinentaleuropäischen Pferderassen dar, die seit ihrem nicht mehr datierbaren Beginn in einem mehr oder weniger wilden beziehungsweise halbwilden Zustand gehalten worden ist.
Ursprünglich gab es in Deutschland mehrere Wildgestüte, in denen Wildpferde lebten. Die Dülmener Wildpferde konnten die Abschaffung der Wildgestüte überleben, weil der Herzog von Croy im Jahr 1850 dafür sorgte, dass etwa 20 Pferde in ein Gehege gebracht wurden, in dem sie sich weiter vermehren konnten. In den ersten 100 Jahren seit der Übernahme der Merfelder Wildbahn durch die Herzöge v. Croy entwickelten sich die Pferde weitgehend unbeeinflußt von Menschen. Nach dem Ersten Weltkrieg, jedoch, begann man die Wildbahnpferde mit verschiedenen Pony- und Kleinpferdehengsten zu kreuzen. Anfänglich kamen vornehmlich Welsh-Hengste der Sektionen A und B zum Einsatz, die vermutlich Arabisches Blut führten. Leider wirkte sich der Einfluß der Welsh-Hengste nachteilig aus auf die Konstitution der Pferde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nur noch Hengste aus ursprünglichen Rassen verwendet, wie Huzule, Halbblut-Mongole, Exmoor.
Eine neue Ära begann in der Dülmener Wildbahn mit dem aus dem polnischen Gestüt Popielno stammenden Mausfalbhengst Nougat XII, einem Konik. Durch ihn und einige weitere Hengste kam es zu einer allmählichen Konsolidierung der Rasse, so dass heute die Herde überwiegend aus Mausfalben besteht.
Die Dülmener leben in ihrem Gebiet ganz ohne menschliche Unterstützung; lediglich in ganz harten Wintern bekommen sie etwas Raufutter. Menschen greifen in das Leben der Dülmener nur einmal im Jahr ein: Ende Mai werden die Junghengste aus der Herde herausgefangen und im Rahmen eines Volksfestes versteigert.
1988 formierte sich ein kleiner Kreis engagierter Freunde des Dülmener Wildpferdes zu einer Interessengemeinschaft. Noch im gleichen Jahr wurden von der IG in Zusammenarbeit mit dem Zuchtleiter des Hessischen Ponyzuchtverbandes, Eintragungs- und Zuchtrichtlinien für die Rasse aufgestellt, die später noch einmal vom Westfälischen Pferdestammbuch überarbeitet wurden.

Beschreibung

  • Kopf:
    klein, mit spitzen Ohren und wachen Augen
  • Exterieur:
    -in der Regel, gut aufgesetzte Hals und von ausreichender Länge
    -günstige Schulterlage
    -kräftig bemuskelten Rücken
    -recht abschüssige Kruppe
    -trockene und harte Gliedmaßen mit gut markierten Sehnen und Gelenken
    -kleine, wohlgeformte und eisenharte Hufe
    -tief angesetzte Schweif
  • Stockmaß:
    von 120 bis 135 cm
  • Farbe:
    in der Regel mausgrau bis ockergelb, aber auch braun bis schwarz. Charakteristisch sind außerdem ein schwarzer Aalstrich auf dem Rücken und ein Mehlmaul
  • Interieur:
    er gilt als charakterlich besonders ausgeglichen, intelligent, gelehrig. Er ist energisch und temperamentvoll, doch ohne Falsch oder Bosheit
  • Einsatz:
    heute wird er überwiegend als Kinderreitpony für alle Disziplinen verwendet, jedoch in seinen größeren Exemplaren auch als vielseitiges Familien-Robustreitpferd, sowie als Kutschpferd, Gelände- und Distanzpferd. 
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