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Calabrese

Geburtsland
Italien

Ursprünge der Rasse
Seit dem 7. Jahrhundert entstand in Süditalien und damit auch Kalabrien ein Pferd mit Afrikanisch-Orientalischen Ahnen, das sich deutlich von dem im Norden Italien unter dem Einfluß keltischen Blutes entstandenen schweren nordischen Pferdetyp unterschied. In dem folgenden Jahrhunderte kam es zu Einkreuzungen von Pferden aus den römisch besetzten gallischen und germanischen Provinzen, wodurch die Kalabrischen Pferde an Kaliber und Größe gewannen.
568 eroberten die Langobarden Norditalien und errichtete in der Lombardei ein eigenes Königreich sowie im Süden einige Herzogtümer. Sie brachten ihre eigenen Pferde mit, die sie mit den im Land vorgefundenen kreuzten und so einen sehr guten Stamm erzeugten. Zugleich erließen sie eine Reihe von Gesetzten zum Schutz und zur Förderung der Pferdezucht.
Im 9. Jahrhundert kam es in Süditalien zu einer Invasion der Sarazenen, die sich ausgesprochen segenreich auf die Pferdezucht auswirkte: sie erhielt durch Importe vor allem aus Nordafrika und Spanien neue Impulse. Während der Kreuzzüge, vom Ende des 11. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts andauerten, kamen zahlreiche Orientalische Pferde nach Kalabrien.
In der Renaissance erreichte die Pferdzucht Italiens ihre Blüte. Durch die spanische Schulreiterei, die an der Schule zu Neapel gelehrt wurde, wurde das Spanische Pferd sehr populär und als Veredler in allen Zuchten eingesetzt. In Kalabrien trug das Spanische Blut dazu bei, ein größeres, stärkeres mit besserem Gangwerk zu schaffen, das sich bald größter beliebtheit auch über die Landesgrenzen hinaus erfreute.
Während des 18. Jahrhunderts kam es mit dem Niedergang der italienischen Schulreiterei, deren Schwerpunkt sich nach Frankreich verlagerte, auch zu einem Niedergang der Pferdezucht.Zusätzlich die langandauernden Krisenzeiten der italienischen Einigungskriege des 19. Jahrhunderts standen lange einem Wiederaufschwung der Pferdezucht im Wege. Erst 1861 nachdem die Einheit Italiens proklamiert worden war, begann sich der Staat, der Pferdezucht anzunehmen. Als Zuchtziel wurde die Kavallerieremonte im Anglo-Arabischen Typ proklamiert. Außer Araber-und Vollblut kam teilweise auch Hackney-Blut zum Einsatz, zur Erzeugung leichter, eleganter Wagenpferde.
Mit der Abschaffung der berittenen Truppen seit dem Ende der Ersten Weltkrieges ging die Zahl der Pferde aus Calabreser-Zucht stetig zurück zugunsten einer sich immer mehr ausbreitenden Zucht von Renntrabern Amerikanischer Blutführung. Erst seit der Zunahme des Reitsports begann sich die Züchter der sehr klein gewordenen Calabreser-Zucht um die Entwicklung eines vielseitigen Reitpferdetyps. Die Zucht des Calabrese ist in den Provinzen Reggio Calabria, Catanzaro und Cosenza beheimatet. Während sich die Stuten auschließlich in der Hand von Einzelzüchtern befinden, stellt die Staatliche Gestütsverwaltung die meisten Landbeschäler. Der Sitz des Zuchtverbandes für das Pferd Calabriens, „Associazione Provinciale Allevatori", und die Gestütbuchführung finden sich in Cosenza.

Beschreibung

  • Kopf:
    edel, mit geradem oder leicht geramsten Profil; große, freundliche Augen
  • Exterieur:
    -lange Hals, schön geschwungen, gut aufgesetzt und getragen
    -Widerrist, deutlich markiert mit einem guten Sattelage
    -Schulter, schräg gelagert
    -kurzer Rücken
    -abschüssige Kruppe, gut bemuskelt
    -korrekte Gliedmaßen mit trockenen, klaren, Sehnen und Gelenken
    -wohlgeformte Hufe mit guter Hornqualität-Mähne und Schweif, kräftig ausgebildet
  • Stockmaß:
    zwischen 162 und 170 cm
  • Farbe:
    Braune, Füchse, Rappen oder Schimmel
  • Interieur: sie zeichnen sich durch ein lebhaftes, eifriges Temperament und einen ehrlichen, freundlichen Charakter aus. Hinzu kommen Ausdauer und große Leistungsbereitschaft
  • Einsatz:
    er wird heute als Reit-, Sport- und Freizeitpferd eingesetzt.
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