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Die Hufrehe Saison beginnt!

Mit Beginn der Weidesaison nimmt auch die Zahl der Hufrehe Patienten alljährlich zu. Die Hufrehe Erkrankung tritt zwar ganzjährig auf, jedoch häufen sich die Hufrehe Fälle zu Beginn der Weidezeit enorm.

 

Ursachen:

Selten liegt die Zunahme der Pferde und Ponys, die während des Anweidens und zu Zeiten der Vegetation an Hufrehe erkranken, an der Tatsache, dass nicht vorsichtig und langsam genug angeweidet wird. Das Anweiden erfolgt in den meisten Fällen vorbildlich mit sehr kurzen Weidezeiten, die langsam gesteigert werden. Der Faktor der Zunahme der Hufrehe Erkrankungen zu Beginn der Weidezeit liegt darin, dass das Kraftfutter nicht ausreichend reduziert wird. Viele Pferde erhalten dieselbe Futterration wie zu Winterzeiten und werden ohne Reduzierung dieser angeweidet. Diese Handhabung führt zwangsläufig zu einem Überschuss von Stärke, Kohlehydraten, Zucker oder/und Protein, da bereits das Gras in der Wachstumsperiode sehr nährstoffreich ist. Bei der täglichen Futterration müssen daher zwingend massive Einschränkungen erfolgen zu Zeiten des Anweidens wie auch zur gesamten Weidezeit unserer Pferde.

Weidegras ist kein Zusatzfuttermittel, sondern Alleinfuttermittel aufgrund seiner Zusammensetzung. Wird Weidegras als Zusatzfutter gesehen, so erfolgt recht bald ein Überschuss von Nährstoffen, der sich in Form einer Hufrehe äußern kann.

Grasfütterung und Weidegang müssen in der täglichen Futterration daher ebenso mit einbezogen werden, wie Kraft- und Rauhfutter und dürfen nicht als Zusatzfuttermittel angesehen werden.

Insbesondere bei trächtigen und laktierenden Stuten meint der Pferdehalter und Züchter es oftmals zu gut, was von der Stute in Form einer Hufrehe Erkrankung quittiert wird.

In der Regel sollte die Futterration eher karg bemessen werden, um Pferde und Ponys vor Hufrehe zu schützen.

Ausnahmen stellen jedoch sehr magere und dünne Pferde dar, die an Gewicht zulegen sollten; hier darf es dann gerne etwas mehr sein. Um Gewicht aufzubauen und hiermit keinen Hufrehe Schub zu provozieren bedarf es allerdings einer Ausgewogenheit der zugeführten Nährstoffe in der Fütterung. Die Ausgewogenheit aller zugeführten Nährstoffe ist ein wichtiges Kriterium bezüglich der Vorbeugung der Hufrehe Erkrankung. Dies gilt allgemein für alle Pferde und Ponys.

Der individuelle Futterzustand des Pferdes sollte ebenso wie eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr berücksichtigt werden, um Pferde und Ponys gesund zu erhalten.

 

Bodenverhältnisse des Weidelandes unter dem Aspekt der Hufrehe Erkrankung betrachtet

 

Die Weidebeschaffenheit, die unter anderem in sogenannten Bodenpunkten erkennbar ist - je mehr Bodenpunkte das Weideland ausweist, je höher ist der Ertrag, sprich der Gehalt der Nährstoffe - ist ein wichtiges Kriterium, um mastige Weiden von kargen Weiden unterscheiden zu können. Ein felsiger steiniger Boden mit spärlichem Grasbewuchs ist für Pferde, insbesondere für sogenannte Extensivrassen, die bessere Wahl, als Weideland mit Moorboden, welches von Natur aus gehaltvoller und somit Bodenpunkte intensiver ist, als extensive felsige Weideabschnitte. So kommt es nicht alleine auf die Saat der Weide an, sondern insbesondere auf die Flächen. Eine karge und extensive Weide bedingt auch solche Bodenverhältnisse. Je weniger Bodenpunkte das Weideland ausweist, je kärger das Gras, desto weniger Gefahr besteht bezüglich einer Hufrehe Erkrankung, denn je weniger Nährstoffe befinden sich im Gras. Je mastiger das Weidegras, je höher die Bodenpunkte, desto größer wird die Gefahr von Überschüssen und einer auftretenden Hufrehe Erkrankung.

 

Was tun, wenn das eigene Pferd an Hufrehe erkrankt?

 

Wichtigstes Kriterium: Ruhig bleiben, nicht in Panik ausbrechen und genau überlegen, was im individuellen Hufrehe Fall sinnvoll, was überflüssig und was kontraproduktiv erscheint.

Seit vielen Jahren liegt der Schwerpunkt der Therapien im Tierheilkundezentrum bei den Hufrehe Erkrankungen und mein Eindruck ist, dass in den meisten Hufrehe Fällen zu viele und genau die falschen Maßnahmen und Therapien erfolgen.

Viele Pferde kämen mit ihrer Hufrehe Erkrankung besser zurecht, wenn nicht viel zu viele und falsche Maßnahmen erfolgen würden, was nicht heißen darf, keine Maßnahmen und Therapien einzuleiten. Abzuwägen ist jedoch, was im speziellen und individuellen Fall unter Betrachtung der Symptomatik und Anamnese der jeweiligen Hufrehe Erkrankung richtig und was falsch sein könnte.

 

So gibt es kein Allheilmittel und Allgemeinrezept bei Hufrehe:

 

Ob beispielsweise ein Hufbeschlag, ein orthopädischer Hufbeschlag, eine Gipsung der betroffenen Hufe oder sonstige huftechnische Maßnahmen überhaupt erfolgen sollten, hängt einerseits von der gesamten Vorgeschichte des Pferdes ab, andererseits vom symptomatischen Bild der Hufrehe Erkrankung. Eine Anamnese ist daher unausweichlich zur Findung der richtigen Entscheidung für das individuelle Pferd in seiner Hufrehe Erkrankung. Es ist beispielsweise wenig sinnvoll, ein Pferd, was sein Leben lang ohne Probleme und Fühligkeit barfuß lief, plötzlich orthopädisch zu beschlagen. In den meisten Fällen treten hier Verschlechterungen des Zustands auf. Andererseits ist es nicht heilungsfördernd, ein Pferd, welches sein Leben lang beschlagen war, während eines akuten Hufrehe Schubes auf das Barhuflaufen umzustellen.

Auch das kann nur schief gehen!

So verhält es sich mit sämtlichen Faktoren und Therapieansätzen einer Hufrehe Erkrankung.

Die Gabe von Schmerzmitteln, Entzündungshemmern und Blutverdünnern muss ebenso abgewägt werden und dem Einzelfall vorbehalten bleiben, wie der Verzicht derer.

Eine Heilung der Hufrehe erreicht man weder mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln noch mit blutverdünnenden Mitteln, daher sind dies lediglich Therapieansätze, die dem Pferd das Leben in dem akuten Hufrehe Schub so erträglich wie möglich machen sollten.

Auch der Aderlass ist kein Allheilmittel. In manchen Hufrehe Fällen erweist er sich als Hilfe für das von Hufrehe betroffene Pferd, in anderen Fällen zeigt er keinerlei Wirkung oder schwächt das von Hufrehe betroffene Pferd zusätzlich.

 

Sinnvolle Maßnahmen für jedes von Hufrehe betroffene Pferd im akuten Hufrehe Schub ohne Ausnahme:

 

  • Pferd von der Weide nehmen und keinerlei Gras fressen lassen.

  • Pferd separieren von anderen Pferden, um unkontrollierte Fluchtbewegungen auszuschalten.

  • Haltung möglichst in Box mit Paddock, damit das betroffene Pferd selbst entscheiden kann, ob es sich bewegen mag oder nicht. Kein Zwang zur Bewegung, jedoch auch kein Zwang zu keiner noch so gearteten Bewegung, beispielsweise durch tagelanges Einsperren in kleiner Pferdebox. Das von Hufrehe betroffene Pferd sollte grundsätzlich frei entscheiden können, ob es sich bewegen möchte oder nicht, ohne Rangkämpfe mit anderen Pferden. Daher ist eine Einzelbox mit angeschlossenem Paddock die beste Alternative.

  • Pferd weich stellen: Einstreu reichlich!

  • Hufe jeweils mindestens 5 Minuten täglich kühlen (Eimer, Bach, Abspritzen).

  • Trockenen Verband anlegen, Sohle weich mit Polstermaterial auspolstern, dies nimmt einiges vom Schmerz der Hufrehe durch die schützend gepolsterte Sohle. Bei Verbandanlegung reicht das Kühlen alle paar Tage, wenn der Verband gewechselt wird.

  • Fütterung im akuten Hufrehe-Schub: Gutes Heu nach Futterzustand, d. h. ca. 1 KG pro 100 KG Pferdegewicht; Abschläge bei zu dicken Pferden (jedoch keine Radikaldiät, beispielsweise 1,5 KG Heu pro 100 KG Pferdegewicht bei zu dicken Pferden), Zuschläge bei zu dünnen Pferden bzw. Heu zur freien Verfügung bei abgemagerten Pferden. Darüber hinaus als Ergänzungen: Nehls Rehe-Ex flüssig (10 ml) oder getrocknet (50 g), Nehls Hufelexier (10,6 ml) und (bei Bedarf) Nehls Pony Futter bzw. Nehls Pferdefutter Rehe je nach Akzeptanz und Geschmack; beide Pferdefuttersorten sind aufgrund ihres angepassten und problemorientierten Nährstoffgehaltes für Pferde mit Hufrehe geeignet (tägliche Fütterungsmenge 100 - 250 g), beispielsweise zum Untermischen der getrockneten Rehe-Ex Mischung. Grundsätzlich kann auf Pferdefutter - mit Ausnahme von Heu, Rehe-Ex & Hufelexier - verzichtet werden. Pony Futter und Pferdefutter Rehe schaden jedoch nicht und eignen sich beispielsweise zum Untermischen der getrockneten Rehe-Ex Mischung oder von Medikamenten. Außerdem freut sich auch das von Hufrehe betroffene Pferd, wenn es etwas Leckeres in der Krippe hat und muss nicht zuschauen, wenn andere Pferde ihre Ration erhalten.

  • Die Fütterung sollte lebenslang beibehalten werden. Bei erfolgreicher Hufrehe Therapie, die in wenigen Wochen zur Symptomfreiheit, das heißt, unbeschwertem Gangverhalten ohne Fühligkeit bzw. Lahmheit oder Wendungsschmerz führt, können Hufrehe Patienten unter lebenslanger Einhaltung der übrigen Fütterungsempfehlung meiner Erfahrung nach wieder langsam angeweidet werden. Nach einigen Monaten vorsichtigem Anweidens auf möglichst kargen und überständigen Weideflächen ist erfahrungsgemäß wieder ein Weidegang ohne Einschränkungen praktizierbar.

 

Die oben genannten Maßnahmen sind in meiner Praxis seit Jahren bewährt und haben in vielen massiven Hufrehe Fällen zur Symptomfreiheit geführt. Entsprechende zahlreiche Erfahrungsberichte lesen Sie auf meiner Internetseite.

 

Tierheilkundezentrum

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls

Am Buchholz 3, 33014 Bad Driburg

Tel.: 05648/963335, Fax: 05648/963334, Handy: 0173/51 57 633

E-Mail: tierheilpraxis1.at.t-online.de, Internet: www.tierheilkundezentrum.de

 

 

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